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Biosphäre: Mit dem Landschaftsführer die Natur entdecken

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Jutta Klicker aus St. Ingbert ist eine der ersten zertifizierten Biosphären-Führer. Die 51-Jährige will die Besucher dazu bringen, die Natur nicht nur zu entdecken – sie sollen sie „erspüren“.

St. Ingbert. Den meisten Lehrgangsteilnehmern ging es so wie Diplom-Dokumentarin Jutta Klicker (51). Nach Jahren im Beruf wollte sie neue Wege gehen und suchte die Herausforderung. Zuerst war da die „diffuse Idee, dass ich irgendwas mit Menschen machen will“, so die gebürtige Heidelbergerin. Als begeisterte Netzwerkerin kam der heutigen St. Ingberterin der Zeitungsaufruf, sich zur Naturführerin ausbilden zu lassen, gerade recht. Mit ihren 24 Kollegen taten sich nun Möglichkeiten auf, etwas gemeinsam zu stemmen. „Obwohl ich wusste, dass es noch weitere Kurse geben wird, fand ich es gerade spannend, die Geburt eines solchen Projektes mitzubekommen“, sagt Jutta Klicker. Auch die Dozenten standen vor einer Herausforderung, denn schließlich galt es, sich auf eine heterogene Gruppe mit unterschiedlichem Wissensstand und Zielen einzulassen.
Pfarrer, Archäologe, Offizier
Diese hatten viel zu lernen, und „die größten Brocken bei dem Ganzen waren wir selbst“, wie ein Teilnehmer schmunzelnd erzählt. So unterschiedlich die Berufe oder Interessen der 25 „Biosphären-Führer“ sind, so verschieden sind auch die Beweggründe dafür gewesen, warum man seine Freizeit opfert um eine zusätzliche Ausbildung anzustreben. So gab es einen Pfarrer, einen Journalisten, Archäologen, einen ehemaligen Offizier der Bundeswehr oder auch Hausmänner und -frauen in der Gruppe, die entweder neue Wege ausprobieren wollten oder schon konkrete Ziele hatten. So wie der private Vermieter einer Ferienwohnung, der seine Gäste selbst kompetent führen will. Eins verbindet sie alle: die Liebe zur Natur und ihrem Heimatort. Ans Geld denken dabei die Wenigsten, aber wenn die im Kurs geknüpften Kontakte intensiviert werden, dann könnten die Natur- und Landschaftsführer schon bald den touristischen Angebotskatalog unserer Region bereichern.
Jutta Klicker, die mit ihrem kleinen Unternehmen bereits kreatives Schreiben und Meditation anbietet, betrachtet sich selbst als ein „offenes Produkt“, das immer weiter entwickelt wird. Schon in ihrer jetzigen Arbeit versucht sie die Natur einzubinden, aber bis jetzt fehlte der touristische und versicherungstechnische Hintergrund.
Pause für Körper und Geist
Diese Themen und noch viele andere waren Bestandteil der Ausbildung. Für die Zukunft stellt sie sich vor, dass sie kleinere Gruppen führt um einen persönlichen Bezug zu haben. „Mein Angebot soll eine Einladung an Menschen sein, die Natur zu entdecken und zu erspüren. Weg von der Konsumhaltung und davon, alles rational erfassen zu wollen.“ Eine ihrer Ideen besteht auch darin, mit Hilfe von Körper- und Sinnesübungen Pausen einzulegen, damit man mit der Natur kommunizieren kann.
Eine erste Feuerprobe gab es für Klicker gleich nach der Prüfung. Da sich ihre Arbeit auf die Beschäftigung mit Grundschulklassen bezieht, wurde sie von einer Lehrerin kurzerhand zur Gestaltung eines Brückentags in den Kirkeler Wald eingeladen. Für alle Beteiligten sei es ein tolles Erlebnis gewesen und von den Eltern seien positive Rückmeldungen gekommen. Und das ist auch das Wichtigste, so Frank Grütz von der Naturwacht Saar während der Zertifikatsübergabe: „Eure Begeisterung muss auf andere überspringen!“


Auf einen Blick
Mit der Übergabe der Urkunden endete der Pilot-Kurs zum „Zertifizierten Natur- und Landschaftsführer“ nach 90 Unterrichtseinheiten und zahlreichen Exkursionen. Ziel des Lehrganges war es, qualifizierte Gästeführer auszubilden, die dem Besucher das Biosphärenreservat vorstellen und näherbringen. Unter dem Dach des Biosphärenvereins Bliesgau werden sich die Teilnehmer organisieren und bald über eine zentrale Telefonnummer und im Internet über ihr Angebot informieren und Buchungen entgegennehmen. Im Herbst startet ein neuer Kurs an der Volkshochschule in St. Ingbert. con






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