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Bischof Ackermann: "Missbräuche nicht verharmlost"

Trier/Köllerbach. Der Trierer Bischof und Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, hält nach der Kritik am Umgang des Bistums mit pädophilen Priestern ein Umdenken für notwendig. Ackermann sagte gestern in der so genannten Chrisam-Messe im Trierer Dom, die Kirche müsse die Frage der Glaubwürdigkeit derjenigen, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht hätten, neu bedenken.

Ackermann unterstrich, dass es „kein Abrücken von der Null-Toleranz-Linie gegenüber dem Verbrechen des sexuellen Missbrauchs“ gebe. Der Mensch dürfe nie einfach Mittel zum Zweck sein, da sonst doch seine Würde verletzt werde. „Deshalb ist auch sexueller Missbrauch etwas so Schändliches“, sagte der Bischof.

Zugleich wandte sich der Bischof gegen eine Kritik, die durch Halbinformationen oder bewusst den Eindruck vermittle, „wir hätten im Umgang mit dieser bitteren Thematik nichts dazu gelernt, es würde weiter vertuscht und verharmlost“. „Wenn dieser Eindruck verbreitet wird, dann ist das falsch“, unterstrich Ackermann. Vielmehr arbeite er mit vielen anderen daran, „ohne Abstriche das umzusetzen, wozu wir Bischöfe uns vor zwei Jahren verpflichtet haben.“

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen des früheren Köllerbacher Pfarrers Guido Ittmann gegen den ehemaligen Völklinger Dechanten Klaus Leist, dieser habe von Opfern bestätigte Missbrauchsvorwürfe im Umfeld der traditionalistisch-katholischen Köllerbacher Martinsgemeinde als bloße „Gerüchte“ abgetan, liegt der SZ ein im Auftrag der Bistumsleitung verfasstes Schreiben von Leist an einen Laien vom Februar 2011 vor, in dem Leist schreibt, die Missbrauchsvorwürfe hätten sich „weder erhärtet“ noch seien sie Gesprächsthema in der Gemeinde oder behinderten das Gemeindeleben.

Leist sagte dazu auf SZ-Anfrage, er habe mit seiner Formulierung, dass sich die „Gerüchte“ im Hinblick auf den Missbrauch Minderjähriger im Umfeld der Martinsgemeinde nicht „erhärtet“ hätten, keineswegs behaupten wollen, „das das nicht passiert ist“. Er fügte hinzu: „Ich streite nicht ab, dass das passiert ist.“ Er habe die Vorwürfe ja an die Bistumsleitung gemeldet. Nur müsse man auch sehen, dass sich nie ein Opfer an ihn gewandt habe und dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren aus Verjährungsgründen eingestellt habe.

Ittmann hatte wegen der Missbrauchsvorwürfe Strafanzeige erstattet und war danach durch massive anonyme Drohungen derart unter Druck gesetzt worden, dass er seine Gemeinde an Ostern 2011 fluchtartig verließ.
Gestern wandten sich der Pfarrgemeinderat und der Verwaltungsrat der Köllerbacher Herz-Jesu-Gemeinde, deren Pfarrer Ittmann war, mit einer gemeinsamen Erklärung an die Presse. Sie gaben bekannt, dass nun auch ein Mitglied des am 25. März neugewählten Pfarrgemeinderats eine ähnliche anonyme Drohung erhalten habe wie seinerzeit Pfarrer Ittmann. nof
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