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Bistum Trier soll 2014 so viel Kirchensteuer einnehmen wie noch nie

Eigentlich müsste Generalvikar Georg Bätzing an kommenden Montag ein zufriedenes Gesicht machen. Dann stellt der Verwaltungschef des Bischofs den Haushalt für das laufende Jahr vor; erstmals in Form eines Geschäftsberichts, der mehr Transparenz in die Bistumsfinanzen bringen soll. Nicht zuletzt dank der guten Konjunktur sprudeln die Kirchensteuereinnahmen. Gegenüber dem Vorjahr erwartet Finanzchefin Kirsten Straus nach Informationen der Zeitung „Trierischer Volksfreund“ ein Steuerplus von satten 28 Millionen Euro. Mehr noch: Erstmals seit acht Jahren müssen die bischöflichen Kämmerer nicht die Rücklagen antasten, um ein Finanzloch im Haushalt zu stopfen. Im Gegenteil. Straus rechnet für 2014 sogar damit, dass 5,5 Millionen Euro übrigbleiben.

Das könnte Bischof Stephan Ackermann und seinen Generalvikar freuen, aber Bätzing weiß, dass die guten Zahlen auch Probleme mit sich bringen. Wenn die Einnahmen sprudeln, verlieren die Argumente für den beschlossenen millionenschweren Sparkurs an Wirkungskraft. Zugleich wachsen Begehrlichkeiten an der Basis. Laut dem Sparpaket sollen die Kirchengemeinden bis in zwei Jahren auf insgesamt 4,3 Millionen Euro verzichten. Dabei stehen schon jetzt erste Pfarreien vor dem finanziellen Kollaps – etwa im Dekanat Bad Kreuznach. Die Pfarrei Kirn hat Schulden von einer Viertelmillion Euro angehäuft.

„Ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, Insolvenz anzumelden“, sagt der dortige Pastor Heribert Barzen. Er schätzt, dass ein Drittel aller Pfarreien auf finanzielle Hilfe angewiesen ist. „Die einen schwimmen im Geld, während die anderen von der Hand in den Mund leben müssen“, sagt ein Insider zur Situation im Bistum. Um den Frust an der finanziell klammen Basis abzumildern, plant das Generalvikariat nun angeblich eine Art Sonderausschüttung an seine ärmsten Kirchengemeinden. Mit Vermögenserträgen (18,5 Millionen Euro), den sogenannten Staatsleistungen (16,2 Millionen), Zuschüssen (51 Millionen) und Spenden (eine Million) summieren sich die prognostizierten Gesamteinnahmen des Bistums in diesem Jahr auf 384 Millionen Euro, 27 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Warum in diesem Jahr mit einer derart deutlichen Erhöhung der Kirchensteuereinnahmen gerechnet wird, wollte das Bistum unter Verweis auf die bevorstehende Haushaltspressekonferenz nicht sagen. Größter Posten auf der Ausgabenseite ist das Personal, für das 214 Millionen Euro veranschlagt sind, 4,3 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Sachkosten (122 Millionen Euro) und Baukostenzuschüsse (27,2 Millionen) sind die nächstgrößeren Ausgabenposten. Insgesamt kalkulieren die bischöflichen Kämmerer im laufenden Jahr mit Ausgaben von 378,6 Millionen Euro. In den vergangenen Jahren konnte der Haushalt nur durch einen millionenschweren Griff in die Rücklagen ausgeglichen werden. So wurde der Fehlbetrag allein für das zurückliegende Jahr auf knapp 19 Millionen Euro geschätzt.


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