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Bleibt das 3. Kindergarten­jahr beitragsfrei?

Sie hob hervor, dass Investitionen in frühkindliche Bildung und Betreuung „langfristig eine positive Rendite“ hätten. Schließlich seien Kompetenzen, die Kinder im Kindergarten erwerben, wichtig für den späteren Bildungsweg. Entstünden hier Lücken, könnten diese „später nur mit erheblichem Mehraufwand gefüllt werden“. Die Wissenschaftlerin fügte hinzu: „Der Besuch des Kindergartens reduziert die Kosten, die später im Bildungssystem durch teure Nachqualifizierung entstehen.“

Seyda unterstrich zugleich: „Kinder, die länger einen Kindergarten besucht haben, haben höhere Chancen, das Gymnasium statt der Haupt- oder Realschule zu besuchen.“ Das bedeute langfristig, „dass das Bildungsniveau der Bevölkerung insgesamt höher ist und damit mehr Steuern und Sozialabgaben entrichtet werden.“

Sie betonte, obwohl in der öffentlichen Debatte Studiengebühren immer als Hindernis für Arbeiterkinder dargestellt würden, ein Studium aufzunehmen, fange „die Benachteiligung von Kindern aus bildungsfernen Schichten bereits im Kindergartenalter an“. Wenn sie hier bessere Startchancen hätten, wäre später auch die Wahrscheinlichkeit höher, „das Gymnasium zu besuchen – eine wesentliche Voraussetzung, um überhaupt studieren zu können“.

Nach Einschätzung des Frankfurter Bildungsrechtlers Professor Hermann Avenarius ist der im Jamaika-Koalitionsvertrag festgeschriebene Plan, ein „obligatorisches Schulvorbereitungsjahr“ einzuführen, mit dem Konzept von Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) für ein „Kooperationsjahr Kindergarten – Grundschule“ nicht umzusetzen. Der SZ sagte Avenarius, es sei zwar grundsätzlich möglich, dass im Kindergarten „schulvorbereitende Maßnahmen“ stattfinden, die verpflichtend sind, wie etwa die von Kessler geplanten vier Grundschullehrerstunden pro Woche. Jedoch würde dies voraussetzen, „dass die Regie bei der Institution Schule liegt“.

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