A8 Saarlouis Richtung Luxemburg AS Merzig-Schwemlingen Anschlussstelle gesperrt, Fahrbahnerneuerung, Dauer: 24.04.2018 09:00 Uhr bis 30.05.2018 16:00 Uhr (24.04.2018, 06:36)

A8

Priorität: Dringend

28°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
28°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Bodyguard für Obamas Schwester: Wie ein St. Ingberter Prominente beschützt

Timo Meyer ist seit Anfang Oktober 2015 Landesbrandinspekteur. Foto: Privat

Timo Meyer ist seit Anfang Oktober 2015 Landesbrandinspekteur. Foto: Privat

Mit schwarzer Sonnenbrille trotz Dunkelheit wird man Timo Meyer nie sehen. Auch dem Hollywood-Klischee des bulligen, breitschultrigen Personenschützers entspricht der schlanke, aber durchtrainierte 43-Jährige nicht. „Am besten läuft es, wenn man mich auch für einen Gast der Veranstaltung hält“, meint der St. Ingberter. Doch in einem haben auch die Filme Recht: Im Ernstfall würde sich der Familienvater in die Schusslinie werfen, um seinen Kunden zu schützen. Damit es so weit erst gar nicht kommt, investiert er viel Zeit in die genaue Vorbereitung des Einsatzes. Meyer und sein Team haben schon Prominente wie die Sportler Boris Becker , Franziska van Almsick oder Bands wie die Scorpions bei Auftritten begleitet.

Seit gut fünf Jahren ist Meyer der Personenschützer für Auma Obama, die Schwester des US-Präsidenten Barack Obama , bei ihren Deutschlandbesuchen. „Frau Obama hat in Saarbrücken und Heidelberg Germanistik studiert und in Bayreuth promoviert. Sie spricht hervorragend Deutsch“, erzählt er. Der Kontakt kam zustande, als Auma Obama einen Vortrag an der Saar-Uni hielt. „In der Zwischenzeit hat sich eine harmonische, vertrauensvolle Zusammenarbeit eingestellt. Da bekommt man auch viel Privates mit“, sagt Meyer. Zuletzt beschützte er sie im Februar in Köln bei einer Party, an der viele Prominente teilnahmen.

Worüber gesprochen wird und wie groß die Gefahr für die in Kenia lebende Obama ist, darüber schweigt Meyer. Diskretion ist Ehrensache. Geheim sind auch Einzelheiten des Einsatzes und worauf bei der Planung geachtet wird. Potenzielle Angreifer sollen sich so nicht wappnen können. Körperlich hält Meyer sich fit, um der Anspannung während eines Einsatzes standhalten zu können. „Man braucht ein sehr schnelles Reaktionsvermögen und die Fähigkeit, verschiedene Reaktionen gleichzeitig zu erfassen. Ich muss Veränderungen in Mimik und Gestik erkennen und in Sekundenschnelle eine Entscheidung treffen, ob es sich um eine potenzielle Gefahr handelt“, sagt Meyer. Ein gesundes Maß an Angst gehöre dazu. „Jeder, der keine Angst hat oder diese ausblendet, begibt sich in Lebensgefahr“, sagt er. Brenzlige Situationen etwa mit aufdringlichen Fans habe es gegeben, doch ernsthaft verletzt habe er sich zum Glück bisher nicht. Meyer ist froh, dass seine Frau und sein siebenjähriger Sohn für seinen Beruf Verständnis haben.

Sein Talent bemerkte er bereits als Achtjähriger, als er seine Mutter zu Werbeveranstaltungen in große Kaufhäuser begleitete. „Mir sind damals schon die Detektive aufgefallen. Denen habe ich auffällige Kunden gemeldet. Dabei hatte ich eine hohe Trefferquote“, sagt Meyer.

In Gefahr begibt sich Timo Meyer mitunter auch in seinem „zweiten Beruf“ bei der Freiwilligen Feuerwehr. Mit zwölf Jahren trat er in die Jugendfeuerwehr ein, seit Anfang Oktober ist er als Landesbrandinspekteur Ansprechpartner für die rund 11 500 aktiven freiwilligen Feuerwehrleute und berät den Innenminister in feuerwehrtechnischen Angelegenheiten.

Durch einen Freund, der früher beim Bundeskriminalamt arbeitete, lernte er nach einer Ausbildung in der Industrie die Arbeit im Personenschutz kennen. 1994 gründete er eine Firma für Sicherheitsberatung, fünf Jahre später sein heutiges Unternehmen, die Usec United Security, die ihren Schwerpunkt im Werk- und Objektschutz für größere Firmen im Saarland hat. Mit ihren Tochterfirmen beschäftigt die Usec-Gruppe in St. Ingbert inzwischen 220 Mitarbeiter.

Seit Ende 2015 ist die Firma auch für die Sicherheit in der Landesaufnahmestelle Lebach zuständig. „Wir haben keine staatlichen Befugnisse“, betont Meyer, man arbeite professionell mit Behörden und Polizei zusammen. Ob beim Bürgerfest anlässlich des 60. Jahrestags des Saar-Referendums mit dem Besuch der Kanzlerin, beim Saarspektakel, großen Partys in der Saarlandhalle oder beim Schutz von Firmen sind seine Leute gefragt. Über Nachfrage könne die Branche nicht klagen, meint er: „Der Sicherheitsbedarf ist auch im Saarland in den letzten Jahren gestiegen.“
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein