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Breakdancer aus ganz Europa in Saarbrücken

Saarbrücken. „Breakdance hat noch heute gegen viele Vorurteile zu kämpfen.“ Das sagt einer, der sich damit auskennt. Schließlich gehört Melody Adjdadi, Leiter der Academy of urban dance arts in Saarbrücken, schon fast 30 Jahre zu einer Szene, die sich seiner Meinung nach gewandelt hat. „Viele Leute glauben, Breakdance sei mit Hip-Hop gleichzusetzen. Und dass nur Kriminelle oder Assis das machen, dass dort nur Drogen und Alkohol im Spiel sind. Oder dass das einfach nur ein Machtgehabe sei und Gewalt an der Tagesordnung“, zählt Adjdadi auf und schüttelt dabei den Kopf. „Aber das ist Quatsch.“

Das beste Beispiel dafür soll der Tanzwettbewerb „Ready 2 Rumble“ am 3. Dezember im VHS-Zentrum am Schloss (Einlass: 17 Uhr) sein, der zum achten Mal über die Bühne geht. Dabei treffen sich knapp 30 Gruppen aus Deutschland und dem benachbarten Ausland und tanzen ihren Sieger aus. Alkohol beispielsweise ist unter diesen Profitänzern verpönt. „Das sind Leistungssportler, da will während des Turniers niemand Alkohol trinken“, erklärt Adjdadi. Dasselbe gelte für das Rauchen. Auch ein Securitydienst sei kaum notwendig: „Es gibt da keinen Stress untereinander. Und wenn, dann wird das auf der Tanzfläche ausgetragen.“

Das sieht dann folgendermaßen aus: Von jeder Gruppe treten immer fünf Tänzer gegeneinander an. Sie tanzen abwechselnd auf Zeit zur gleichen Musik, ein Tänzer tritt vor und führt einen Move (eine spezielle Bewegung) vor, die das andere Team jeweils zu übertrumpfen versucht. Danach bewertet eine internationale Jury mit Experten aus Frankreich und Venezuela die Leistungen und bestimmt den Sieger – ganz einfach per Handzeichen. Dabei kommt es nicht nur auf die Technik an, sondern auch auf die Kreativität und die Ausstrahlung der Gruppe.

Acht hochkarätige Gruppen aus Holland, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Österreich und Deutschland wurden von der Saarbrücker Tanzakademie eingeladen und sind für das Starterfeld von 16 Mannschaften bereits gesetzt. Um die acht anderen Plätze werden sich etwa 20 Teams bewerben, schätzt Adjdadi. Darunter sind auch die beiden Saarbrücker Gruppen „Project All in“ und „Furious Kingz“.

Ob sie mit dem Ausgang des Turniers etwas zu tun haben werden, vermag Adjdadi nicht zu sagen. Aber darauf liegt auch nicht das Hauptaugenmerk der Veranstaltung. Als Adjdadi 2003 zusammen mit einigen Mitstreitern die Tanzgruppe „Kingsize Crew“ gegründet hat, aus der vor zwei Jahren die Akademie entstand, ging es ihnen auch darum, Jugendliche von der Straße zu holen und ihnen zu zeigen, dass man auch ohne Gewalt, Drogen und Alkohol cool sein kann. Aus diesem Gedanken entstand auch „Ready 2 Rumble“. „Wir wollen unseren Schülern zeigen, was es noch gibt, wie weit man beim Breakdance kommen kann. Das ist einfach unsere Bühne“, sagt Adjdadi. Eine Bühne, die auch dazu beitragen soll, Vorurteile abzubauen.


Hintergrund

Breakdance oder Breaking ist eine Tanzbewegung, die Anfang der 70er Jahre als Teil der Hip-Hop-Bewegung unter afroamerikanischen und puertoricanischen Jugendlichen in den USA entstanden ist. Sie wurde ursprünglich auf der Straße getanzt und sollte eine Alternative zur Gewalt der Straßen-Gangs sein, mit der die Jugendlichen aufwuchsen. Heute ist Breakdance eine weltweit verbreitete und anerkannte Tanzsportart, die ein hohes Maß an Athletik sowie Disziplin erfordert.

Die verschiedenen Tanz-Stile werden B-Boying, Popping, Locking und Electric Boogie genannt. Im ursprünglichen Sinn ist Breakdance lediglich ein Synonym für B-Boying. Fälschlicherweise werden heute die vier Tanzformen unter dem Begriff Breakdance zusammengefasst. spr

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