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Bubenhauser Bluttat: Wird der Neffe vernommen?

Zweibrücken. Eigentlich waren für den Bubenhauser Totschlagsprozess vier Verhandlungstage vorgesehen. Inzwischen sind es sieben Termine geworden – ein Ende ist nicht abzusehen. Seit Wochen wird die erste Strafkammer des Landgerichtes Zweibrücken mit Beweisanträgen des Wahlverteidigers Robert Münch überschüttet. Gestern stellte der Anwalt, der den 23-jährigen Angeklagten neben einem Pflichtverteidiger vertritt, bereits seinen 19. Antrag. In dem Prozess geht es um einen Fall, der sich am 1. Oktober vergangenen Jahres zugetragen hat. Der Bubenhauser gestand im Alkohol- und Drogenrausch auf seinen 37-jährigen Nachbarn eingeschlagen und -getreten zu haben.

Der Mann starb fünf Tage später. Anlass der Tat soll eine Ermahnung des Nachbarn wegen Ruhestörung gewesen sein. Jetzt soll der Neffe des Täters vernommen werden. Dieser soll, so Münch, beobachtet haben, dass auch eine dritte Person auf das Opfer eingeschlagen und –getreten hat. Das wurde aber wenige Minuten vor der Antragstellung schon von Manfred Bernhard, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion, anders geschildert. So habe der damals Neunjährige gegenüber einem Bekannten lediglich gesagt, er habe gesehen, wie sein Onkel dem 37-Jährigen mit der Faust ins Gesicht geschlagen hat. Die Mutter des Kindes bestritt gegenüber der Polizei, dass der Junge am Tatort war.

Es sei nur innerhalb der Familie über den Fall gesprochen worden. Staatsanwalt Felix Valentin beantragte deshalb den Beweisantrag abzulehnen: „Er ist ins Blaue hinaus gestellt worden.“ Valentin gab auch zu bedenken, dass bei einem neunjährigen Kind um 3.20 Uhr auch nichts anders zu erwarten sei, als dass es sich im Elternhaus befindet. Es gebe auch keine Anhaltspunkte, dass eine andere Person das Opfer misshandelt haben könnte. Der Staatsanwalt forderte, auch die anderen Anträge Münchs abzulehnen. Unter anderem sollte ein Mitschnitt des Notrufes auf einem Tonträger abgespielt werden. Für Valentin ist dieser Mitschnitt bereits durch Zeugenaussagen belegt. Der Verteidiger erinnerte zum Schluss an die Aufgaben eines Staatsanwaltes, indem er an das Verfahren gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff erinnerte. Demnach habe Valentin nicht nur nach belastendem, sondern auch nach entlastendem Beweismaterial zu ermitteln. Der Prozess wird am 18. April um neun Uhr fortgesetzt.
© WhatsBroadcast
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