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Bürger-Meinungen zum Völklinger Minarett

So stellte sich die muslimische Gemeinde in Wehrden Kuppeln und Minarett auf ihrem Moschee-Gebäude im Vorfeld vor - hier noch eine Fotomontage. Inzwischen steht das Minarett.

So stellte sich die muslimische Gemeinde in Wehrden Kuppeln und Minarett auf ihrem Moschee-Gebäude im Vorfeld vor - hier noch eine Fotomontage. Inzwischen steht das Minarett.

Völklingen. Jetzt ist es also da, das Minarett auf dem Dach der Wehrdener Moschee, über das in den vergangenen Monaten so oft diskutiert wurde. Das Aufstellen hat dafür gesorgt, dass das Minarett in Wehrden wieder zentrales Thema ist.

Gottfried Meyer stört, wie der Bau abgelaufen ist: „Das Ding wurde plötzlich zwischen Tag und Dunkelheit aufgestellt.“ Dem 76-Jährigen ist der Turm ein Dorn im Auge: „Ich fahre nicht mehr über die Brücke, sondern nur noch über Fürstenhausen nach Wehrden, um dieses Ding nicht sehen zu müssen“; so etwas habe in einer katholischen Gemeinde wie Wehrden nichts verloren.

Toleranter ist Silvia Pirron. „Ich habe nix gegen diese Leute, und ich habe nichts gegen dieses Minarett“, sagt die 52-Jährige. So ähnlich sieht es Pia Heinz: „Das ist deren Sache“, erklärt die 46-jährige Bäckereifachverkäuferin. Sie zähle auch viele türkische Wehrdener zu ihrem Kundenkreis, und sie komme mit ihnen gut klar. Für die Mitglieder der islamischen Gemeinde ist das Minarett als sichtbares Zeichen wichtig. „Das ist wie bei den Kirchtürmen im Christentum“, sagt Merlyt Akhbsysk. Wer zu Allah beten wolle, müsse bereits von weitem sehen, dass es in Wehrden eine Moschee gibt.



Heinz Müller ist es „eigentlch egal“, ob die Moschee ein Minarett hat oder nicht.  Er fordert allerdings: „Im Gegenzug sollten sich die Türken anpassen und zum Beispiel Deutsch lernen, um sich besser zu integrieren, das sollte ein Nehmen und Geben sein.“ Andere äußern Bedenken wegen der Bausubstanz des einstigen Kinos und Tanzsaals, in dem jetzt das islamische Gotteshaus ist. „Ob das Dach das aushält?“, fragt sich Benjamin Lange. Sein Kollege Sigi Becker glaubt, dass schon auf Grund der Bauvorschriften sauber geplant worden sei; „außerdem scheint mir das sowieso nur eine Blechfassade zu sein“. Bleibt die Sorge von Stefan Latz: „Irgendwann wird ein Muezzin in aller Früh' zum Gebet rufen“, fürchtet er. „Das glaube ich nicht, es handelt sich ja nur um die Andeutung eines Minaretts, da kann niemand drauf stehen“, meint Sieglinde Meier. Fast enttäuscht fügt sie an: „Ich habe wunders geglaubt, was da auf das Dach gebaut werden soll, aber dieses Türmchen sollte wirklich niemanden stören, das sollte man der Gemeinde schon zugestehen.“ Der Rentner Hermann Schmidt sieht das anders: Wenn die Besucher des Weltkulturerbes Völklinger Hütte „von der Gichtbühne aus über die Saar blicken, sehen sie dort als erstes ein Minarett mit dem goldenen türkischen Halbmond auf der Spitze“.

© WhatsBroadcast
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