A1 Trier Richtung Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Von-der-Heydt und AS Saarbrücken-Hubert-Müller-Straße Gefahr durch defektes Fahrzeug, linker Fahrstreifen blockiert (10:11)

A1

Priorität: Sehr dringend

17°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
17°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

"Da kotzt er": Wie kam das geheimnisvolle Polizei-Video ins Internet?

Nun ermitteln Polizisten gegen Polizisten. Der Film sei von einem ihrer Polizisten bereits im Jahr 2010 während eines Einsatzes aufgenommen worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft kurz nach seinem Auftauchen im Internet. Der betroffene Beamte habe die Aufnahme zugegeben, bestreite aber, das Video ins Netz gestellt zu haben. Die Ermittler müssen nun herausfinden, welchen Weg das Video von der Aufnahme vor drei Jahren bis Juni dieses Jahres ins Netz genommen hat. Dazu würden weiter Zeugen vernommen, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Reinhardt. Weil nicht klar ist, wer den Film ins Internet gestellt hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft im Augenblick gegen den Saarbrücker Polizisten wegen des „Verdachts der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes“. Im Strafgesetzbuch heißt es dazu: „Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer als Amtsträger oder als für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter die Vertraulichkeit des Wortes verletzt“.

Zweifelhafter Kultstatus

Der Fall des Youtube-Videos hat auch das Unabhängige Datenschutzzentrum Saarland (UDS) alarmiert. Es hat bei der Polizei um eine Stellungnahme gebeten. Susanne Wirth vom UDS sieht nicht nur die Verbreitung des Videos, sondern bereits die Aufnahme kritisch: „Dass ein Beamter sein privates Smartphone benutzt, lehnen wir schon per se ab.“ Bei privaten Handys seien viele Sicherheitsfragen nicht geklärt. Ihr sei von der Polizei mitgeteilt worden, dass die Verhaftung aus Selbstschutz gefilmt worden sei.

Oft sei es so, dass sich Festgenommene nach ihrem Drogenrausch an viele Dinge nicht erinnern könnten. Polizisten würden dann oft der Gewaltanwendung und damit verbundenen Verletzungen beschuldigt, die der Festgenommene bereits vor der Festnahme gehabt habe.

Die Staatsanwaltschaft muss nicht nur klären, wie das Video ins Netz gelangt ist, sondern auch, warum keiner der Verantwortlichen bei der Polizei nachgeprüft hat, ob das Video auch wirklich vom Privathandy des Beamten gelöscht worden ist.

Das wirft die Frage auf: Wie steht es um die Medienkompetenz saarländischer Polizisten? Aus dem Innenministerium hieß es dazu: „Sowohl in der Aus – und Fortbildung (…) werden die Polizeibeamtinnen und –beamten regelmäßig und anlassbezogen über die Gefahren im Umgang mit sozialen Netzwerken informiert.“ Wie das konkret bei der Polizei aussieht, hat die SZ im Landespolizeipräsidium nachgefragt.

Die Antwort: „Über interne Abläufe machen wir keine Angaben.“

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein