A8 Luxemburg Richtung Saarlouis Dreieck Saarlouis Vollsperrung in Richtung A8 Dillingen-Süd, Bauarbeiten, Dauer: 18.05.2018 18:00 Uhr bis 22.05.2018 05:00 Uhr (18.05.2018, 06:54)

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Priorität: Dringend

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Das RAG-Gebäude in der Saarbrücker Hafenstraße wird abgerissen

Die Eingangshalle ist wie leergefegt – das Saarberg-Gebäude wird dieses Jahr abgerissen. Fotos: Becker & Bredel

Die Eingangshalle ist wie leergefegt – das Saarberg-Gebäude wird dieses Jahr abgerissen. Fotos: Becker & Bredel

„Als Architekt habe ich es nie erlebt, dass ein von mir gebautes Objekt abgerissen wird“, sagt Helmut Huber aus Saarbrücken . Der 84-jährige ehemalige Leiter der Hochbauabteilung der Saarbergwerke (später RAG), hat 1975 mit den Planungen für das Saarberg-Gebäude in der Hafenstraße begonnen und es jetzt besucht, als Arbeiter es entkernen, um es im Laufe des Jahres abzureißen, um für einen Hotelneubau der Steigenberger-Hotels Platz zu schaffen.

Huber weiß, dass man als Architekt seine Bauten normalerweise überlebt, doch hier kam es anders. Das Saarberg-Gebäude, von den Mitarbeitern „Blauer Bock“ genannt, war zu seiner Zeit ein hochmodernes Verwaltungshaus. Huber sieht es gleichwertig zum Siemens-Gebäude. „Aber allein die hier verbaute Klimatechnik könnte heute niemand mehr bezahlen“, sagt er selbst. Beim Abriss tritt sie wieder zu Tage. Silberne Rohre in Boden und Decke sollten den 750 Angestellten gute Luft zum Atmen bringen. „Dabei wurde die Frischluft über Bodendüsen und über Öffnungen in den Schreibtischen nach außen geblasen und über die Decken wieder abgesaugt“, sagt Huber. Auch die doppelte Fassade würde man nach heutigen Standards nicht mehr bauen.

Die Räume selbst hätte man auch heute noch nutzen können, ist sich Huber sicher, die Großraumetagen hätten als Messehaus Verwendung finden können. Doch seit dem Auszug der RAG stand das Haus jahrelang leer. Ein Käufer fand sich nicht. „Da kam dann noch der Sanierungsstau dazu, die Fassade war verblasst, die Treppentürme waren unansehnlich“, so Huber bei seinem letzten Rundgang durch „sein“ Haus.

Letzte Fotos werden gemacht, der Bund Deutscher Architekten will sie archivieren. Projektleiter Klaus Krämer von der RAG geht mit Huber nochmal alles durch. Aber beide wissen, dass das RAG-Gebäude bald ein Skelett sein wird, wie in der Zwischenphase das HTW-Gebäude. Nur dass hier nicht mehr aufgebaut wird, sondern zum Schluß die Bagger kommen werden. Steigenberger will neu bauen, der Blaue Bock wird abgerissen.
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