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Das Rätsel um Tatwaffe bleibt nach Dudweiler Kneipenstreit ungelöst

Womit hat der 33-jährige Angeklagte seinen Kontrahenten nach einem Kneipenstreit in Saarbrücken-Dudweiler angeschossen? Der zweite Tag im Prozess wegen versuchten Totschlags vor dem Saarbrücker Landgericht drehte sich gestern vor allem um die Tatwaffe. Der Angeklagte beteuerte, in der Augustnacht mit einer altertümlichen Pistole kleinen Kalibers geschossen zu haben. Diese Waffe habe er meistens in der Tasche. Doch nach mehreren Zeugenaussagen könnte es sich auch um eine abgesägte Schrotflinte gehandelt haben. Um das aufzuklären, hörte das Gericht sowohl den Arzt, der in der Klinik die Schusswunde des Opfers versorgte als auch einen Waffensachverständigen der Polizei . Basierend auf der Einlassung, der Angeklagte hätte mit einer nur halb geladenen Schrotpistole geschossen, wurde versucht, die Tat zu rekonstruieren. Keine einfache Aufgabe, denn als Ausgangspunkt gab es für den Gutachter nur das Verletzungsbild beim Opfer und die Schussspuren auf dem T-Shirt. Die Tatwaffe selbst wurde nicht aufgefunden. Sie ist „irgendwo in einer Mülltonne“ zitierte der Oberstaatsanwalt aus der Akte. Nach den Tests kann, so der Experte, weder ein Schuss aus einer alten, vollgeladenen Pistole, noch aus einer „abgesägten oder präparierten Schrotflinte“ ausgeschlossen werden.

Hinter der Frage, welche Waffe benutzt wurde, zeichnen sich zwei verschiedenen Szenarien vom Tathergang ab: Handelt es sich um eine Flinte, hatte der Tatverdächtige diese wohl kaum den ganzen Abend in der Kneipe dabei, hätte sie vielmehr nach seinem Rauswurf aus dem Lokal aus seiner Wohnung geholt, um dann seinem Kontrahenten aufzulauern. Handelte es sich um eine kleine Pistole, könnte er sie den ganzen Abend – wie von ihm behauptet – in seiner Hosentasche getragen haben und der Streifschuss könnte nach dem Streit eine spontane Aktion im Alkohol- und Drogenrausch gewesen sein.

Dass der jetzt in der Merziger Forensik untergebrachte Angeklagte meistens Pistolen dabei hatte, und unter Alkohol- und Drogeneinfluss schnell zur Waffe griff, bestätigte seine Ex-Freundin. In ihre Richtung habe er ebenfalls schon einmal ungezielte Schüsse abgegeben, „als ihm die Sicherung durchgebrannt war“, berichtete die 24-Jährige gestern dem Gericht. Außerdem zeichnete die Zeugin von dem Angeklagten das Bild eines drogenabhängigen und paranoiden Mannes, der Rasierklingen in seinen Briefkasten montierte, weil er meinte, seine Post werde ihm gestohlen. Waffen habe er immer viele besessen, die meisten bewahrte er demnach „im Schränkchen neben dem Bett“ auf.
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