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Das Saarland im Kampf gegen AIDS

Düsseldorf/Saarbrücken. Das Saarland leistet einen Beitrag, um in Südafrika die Immunschwäche- Krankheit Aids und die Lungen zerstörende Tuberkulose zu bekämpfen. Das mobile „Labor der Zukunft“ ist zurzeit in der Westkap-Region Südafrikas stationiert. Dort werden täglich Menschen untersucht, ob sie mit dem Aids- Erreger oder mit Tuberkulose infiziert sind. Das Ergebnis erhalten sie am gleichen Tag. Zahlreiche Firmen waren an der Entwicklung dieses Labors beteiligt.

Die Federführung liegt beim St. Ingberter Fraunhofer- Institut für Biomedizinische Technik (IBMT). Auf dem Saar-Gemeinschaftsstand der weltgrößten Medizintechnik- Messe Medica in Düsseldorf, die heute endet, stellen die Wissenschaftler des Fraunhofer- Instituts das „Labor der Zukunft“ vor. Es hat im Mai seine Arbeit aufgenommen. „Rund 4000 Tests wurden seitdem gemacht“, so Projektleiter Daniel Schmitt. „Bisher hat das Labor seine erste Station noch nicht verlassen können, weil der Andrang so groß ist“. Die südafrikanische Regierung unterstützt das Projekt finanziell. Das mobile Labor wurde vom saarländischen Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium mit 6,6 Millionen Euro gefördert. „Das ist gut angelegtes Geld“, ist Professor Heiko Zimmermann, stellvertretender Leiter des IBMT, überzeugt. „Dieses Labor ist ein Technologietreiber.“ Keins der Geräte, die dort eingebaut wurden, „ist von der Stange.



Handwerker, Ingenieure und Grundlagenforscher mussten eng zusammenarbeiten.“ Außerdem habe das Entwicklungsteam die Straßenzulassung für den Transporter und die biologische Sicherheitsstufe 3 für das Labor erlangen müssen. „Mehrere Länder interessieren sich bereits für dieses Labor“, sagt Zimmermann – unter anderem Südkorea und einige afrikanische Staaten.. Denkbar sei auch ein Einsatz in Europa. Saarländische Unternehmen „haben sich bereits zu einem Kernteam für das Labor zusammengeschlossen“, erläutert Schmitt. Dazu gehören Becker Reinraumtechnik, Woll Automatisierung (beide Saarbrücken), RRC Power Solutions (Homburg) und das Medizinische Versorgungszentrum Saar (MVZ) in St. Ingbert.

Dem schwarzen Hautkrebs ist die Firma Jen-Lab auf der Spur, eine Universitäts- Ausgründung, die in Saarbrücken und Jena beheimatet ist. Am Saar-Gemeinschaftsstand stellt das Unternehmen erstmals einen neuartigen Laser-Tomographen vor, „der die Haut in wenigen Minuten abrastert und einen Blick ins Innenleben des Gewebes erlaubt“, erzählt Technik-Ingenieur Martin Weinigel. „Krebszellen können damit erkannt werden, ohne dass das Gewebe entnommen, geschnitten und gefärbt werden muss.“ Den Tomograph ist auch geeignet, „Stammzellen zu erforschen“. So will man herausfinden, wie chronische Wunden schneller verheilen können. Auch die Kosmetik-Industrie interessiert sich für den Tomographen.



„Die Forscher wollen testen, wie ihre Hautcremes wirken.“ Die Schiffweiler Firma Poly-Cine zeigt, wie man die Weichmacher in eine Kunststofffolie einsperrt. „An Weichmachern kommt man bei Schläuchen, Kanülen oder medizinischen Beuteln nicht vorbei“, sagt Poly- Cine-Entwicklungschef Stefan Dröschel. „Doch man muss verhindern, dass sie in den Körper gelangen, weil sie unter anderem als krebserregend gelten und Gelenk-Erkrankungen hervorrufen können“. Dröschel hat mit seinem Team eine Methode entwickelt, wie man die Polymer- Ketten des Kunststoffs so vernetzt, dass Weichmacher wie DEHP aus diesem Netz nicht entweichen können.

© WhatsBroadcast
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