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Das Saarlandmuseum zieht nach Metz

Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Badende im Raum“ dürfte mit nach Metz gehen. Foto: Saarlandsmuseum

Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Badende im Raum“ dürfte mit nach Metz gehen. Foto: Saarlandsmuseum

Wie hat man sich das vorzustellen? Die Metzer Kuratorin Alexandra Müller spaziert mit dem Einkaufswägelchen durch die Sammlung des Saarlandmuseums, greift hier nach einem Braque oder Signac, dort nach einem Kirchner oder Schlemmer. Nun, so banal läuft das Ausstellungsgeschäft wahrlich nicht. Im Falle der ersten Kooperation, die das Saarlandmuseum während der heißen Umbauphase mit dem Centre Pompidou in Metz eingeht, erst recht nicht. „Wir wollen uns nicht nur eine Außenbasis schaffen für einen großen Teil der Schließungsphase, es geht auch um ein hochinteressantes wissenschafltiches Projekt“, sagt Roland Mönig, Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz. Er muss ab 24. April im Zuge der Erweiterungsbauarbeiten sein Haus „vom Netz nehmen“. Doch anschließend bekommt die hiesige Sammlung ab 29. Juni für rund ein halbes Jahr einen der wohl prominentesten Plätze, den man im Sommer in Frankreich mit einem Ausstellungsprojekt besetzen kann. Der Titel der Schau, in der „alle Hauptwerke“ zu sehen sein werden: „Entre deux horizons/Zwischen zwei Horizonten“. Auf die Reise geschickt werden laut Mönig etwa 230 Werke, auch Fotografie und Grafik. Doch was versteht man unter den kapitalen Werken? Definiert eine Französin sie womöglich anders als ihre deutsche Kollegin Katrin Elvers-Svamberk? Das wäre eine spannende Unternehmung gewesen, doch „Entre deux horizons“ funktioniert anders. „Es sind die Schätze unseres Landes“, betont Mönig. Was bedeutet, dass die „generellen Vorgaben“ aus dem Saarlandmuseum kommen, bevor daraus ein gemeinsames Konzept wird. Es lautet – ein wenig akademisch-abstrakt: Anhand französischer und deutscher Strömungen soll die Bipolarität der Geschichte der Moderne herausgearbeitet werden, erzählt aus Sicht einer europäischen Nachbarschaft. „Parallelen, Überschneidungen, harsche Trennungen“ wolle man aufzeigen, sagt Mönig. In den Blick gerate damit Rudolf Bornscheins Sammelpolitik der 50er. Als einer der ersten Museumsdirektoren kaufte er nach 1945 „entartete“ Kunst und verfolgte die damals stark französisch geprägte Linie der Moderne zurück bis zum Impressionismus. So entstand ein repräsentativer Überblick. Durch gezielte Ankäufe von Bornscheins Nachfolgern, auch Mönig selbst, verlängern sich diese Traditionslinien bis ins Hier und Heute.

Das Centre Pompidou räumt eine seiner drei Galerien für die Saar-Kunst leer. „Das wird ein Riesenschaufenster für die Moderne Galerie“, sagt Mönig. Mitgemeint ist damit auch der Erweiterungsbau. Den werde man in Metz gleich mit vorstellen, so Mönig. „Wir senden damit Signale ins französische Kernland. Die Franzosen schauen noch zu wenig nach Osten.“

Eine weitere Kooperation sei auch mit dem Luxemburger Mudam angedacht, 2018/19. Künftig arbeite man daran, dass die drei Häuser sich gegenseitig stärkten, etwa in der Kommunikation. „So schaffen wir mehr Anreize für Reisen in die Region“, so Mönig, „Es geht um die Erweiterung unseres Zielpublikums. Drei Museen sind stärker als eins.“ Vor allem aber passen grenzüberschreitende Projekte blendend in die großregionale Generallinie, die Kultusminister Ulrich Commerçon (SPD) ausgegeben hat. So macht das Museum Politiker froh, Saarländer stolz und mehrt das eigene Image. Das sieht nach einem Ausstellungs-Glücksfall aus.



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