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Das leisten Saarlands Künstler für die Wirtschaft

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Saarbrücken. Die saarländische Kreativwirtschaft – das ist nicht nur Schöngeistiges wie Theater, Malerei, Musik, Radio, Werbung, Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften. Die Kreativen steigern auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes, indem sie Umsatzerlöse erwirtschaften, Mitarbeiter beschäftigen und Steuern zahlen.
Das nicht zu knapp, wie aus dem ersten Kreativwirtschaftsbericht des Saarlandes hervorgeht, den Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) gestern Abend vorstellte. Demnach arbeiten rund 1796 saarländische Unternehmen im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft (die Zahlen stammen aus dem Jahr 2008), wobei es sich ausschließlich um Firmen handelt, die der Umsatzsteuerpflicht unterliegen.

 Das beginnt bei den Architekturbüros, geht über dem Buchmarkt, die Design- und Filmwirtschaft, den Kunst-, Musik- und Pressemarkt weiter zur Rundfunkwirtschaft bis hin zum Werbemarkt. Die Kultur- und Kreativwirtschaft wurde in insgesamt elf Teilmärkte gegliedert. Hinzu kommt noch der Bereich „Sonstiges“, wo sich zum Beispiel das Schausteller-Gewerbe und Vergnügungsparks tummeln. Die meisten Firmen sind im Sektor Software- und Spiele-Industrie zu finden – insgesamt 434, gefolgt von den Architekturbüros mit 349. Der Anteil der Unternehmen, die in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig sind, nimmt sich allerdings im Vergleich zu allen im Saarland registrierten Firmen bescheiden aus. Die Kreativ-Unternehmen kommen gerade mal auf fünf Prozent. Beim Umsatz ist dieser Anteil noch geringer. Die Erlöse der Kultur- und Kreativszene addieren sich auf rund 1,01 Milliarden Euro – 1,6 Prozent des Umsatzes aller saarländischen Wirtschaftszweige.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigtenin den Kultur- und Kreativbranchen liegt bei mehr als 7800 – 2,2 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse an der Saar. Im Jahr 2003 waren laut dem Kreativwirtschafts-Bericht dort noch 8524 Frauen und Männer in Arbeit. Hinzu kommen 2300 Menschen, die in der Kultur- und Kreativwirtschaft einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen – entweder als Haupt- oder Nebenjob.

Für Wirtschaftsminister Hartmann „kann man in diesen Branchen noch eine Menge Potenzial heben“. Er will zum Beispiel erreichen, dass die Musikhochschule oder die Hochschule der Bildenden Künste Saar Firmengründungen offensiver begleitet. Am Eurobahnhof will er ein Kreativzentrum einrichten, wo Künstler beispielweise in Gründungsfragen Rat finden. Außerdem will er die Kreativwirtschaft stärker mit der „Realwirtschaft“ vernetzen. „Beide Seiten können eine Menge voneinander lernen.“

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