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Der Klingonen-Flüsterer

Saarbrücken/Dudweiler. Dieser Mann ist ein Überflieger. 1986 kam der heute 31-jährige gebürtige Belgier mit seinen Eltern, beide Zahnärzte, ins Saarland. Heute spricht er akzentfrei Deutsch und noch eine Reihe anderer Sprachen. Es fällt ihm leicht, so wie es anderen leicht fällt, sich ein Butterbrot zu schmieren. Als er gerade nicht im Raum ist, erzählt seine Frau Insa, dass er sich gerade die saarländische Sprache beibringt. Saarländisch können eigentlich nur die „Eingeborenen“, und das sind, global betrachtet, nur wenige Menschen. Die Spezial-Sprache jedoch, die Lieven L. Litaer als einer von ganz wenigen beherrscht und liebt, ist Klingonisch. Ja, der Dudweiler Architekt spricht und lehrt klingonisch. Gerade so wie diese furchterregenden Exoten aus den weltberühmten „Star Trek“-Filmen (Raumschiff Enterprise) mit den sehr üppigen Mähnen und dem ausgeprägten Ehrgefühl.

Als wir Litaer in Dudweiler aufsuchen, zeigt er uns seine futuristische „Star Trek“-Kommandozentrale, die er selbst gebaut hat. Dann vertiefen wir uns in die klingonische Sprache und ihre Besonderheiten: eigene Grammatik, Satzbau und Wortschatz, keine Artikel, kein Geschlecht, keine Zeitformen, keine konjugierten Verben, dafür aber Vor- und Nachsilben. Klingonisch, sagt Lieven Litaer, sei eigens entwickelt worden für die Kinofilme mit dem Raumschiff Enterprise, die eintauchen in die Unendlichkeit des Weltraums. Mitten im Gespräch bitten wir um eine kleine Aufmerksamkeit für unsere Leser.  Kein Problem, unser Klingonisch- Pädagoge hat’s drauf: „peqIm, SZ-LaDwI’pu’“. Das heißt: Achtung, SZ-Leser, ich grüße euch. Ein „Hallo“ gibt es nicht in der fremden Welt, also musste ein „Achtung“ herhalten.



Doch was bewegt einen Erdbewohner, sich des Klingonischen zu bemächtigen und obendrein die Kultur der Außerirdischen penibel zu studieren? Ganz einfach, sagt Lieven Litaer, die Star Trek-Filme vermittelten eine „optimistische Sicht auf die Zukunft“, in dieser Welt gebe es keine Geldprobleme mehr, keinen Hunger, keine Sorgen, dafür erlebe man eine „schöne Traumwelt“. Ein bisschen wegbeamen kann man sich also von den irdischen Unzulänglichkeiten und Verwerfungen. Und das tun einige von Litaers Mitstreitern auch, wenn sie sich zum 10. Internationalen Klingonisch-Symposium in Saarbrücken vom 10. bis 13. November treffen. Neben Lesungen und Übungen wird auch der Erfinder der klingonischen Sprache, Marc Okrand, dort sein. Ein klingonisches Bankett wiederum wird das qepHom (großes Treffen) einleiten und ein kurzer Film die vergangenen zehn Jahre zusammenfassen. Untergebracht sind die Teilnehmer, die teils von weit her anreisen, in der Europa-Jugendherberge Saarbrücken. Nachts lässt es sich da wunderbar träumen – von fantastischen Erlebnissen in der Schwerelosigkeit.

www.klingonisch.net
www.qepHom.de

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