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Der Küchenchef legt auf: Wolfgang Quack sorgt als DJ Frog auch für Musik-Genüsse

DJ Frog alias Wolfgang Quack ist auch an der Theke seines Restaurants in seinem Element. Foto: Thomas Reinhardt

DJ Frog alias Wolfgang Quack ist auch an der Theke seines Restaurants in seinem Element. Foto: Thomas Reinhardt

Von Altenkessel nach Nizza, von der Waldgaststätte in den Sternetempel: Wolfgang Quack hat in seiner Küchenkarriere ganz schön was erlebt. Bei ihm dreht sich schon immer fast alles um die Gastronomie. Dass er Koch werden würde, das hat sich quasi ganz natürlich ergeben.

1966 in Völklingen geboren, wuchs der junge Wolfgang in Altenkessel auf und schaute seiner Oma Adda zu, wenn sie Stachelbeeren oder Kohlrabi erntete, Mirabellen einkochte und für die Familie kochte. Seine Eltern, Hans und Heide, führten damals die Waldgaststätte in Von der Heydt, in der Wolfgang auch immer in den Ferien mithalf. „Mit 13 Jahren habe ich mein erstes Jägerschnitzel gebraten“, erinnert er sich. Als sich die Eltern eines Tages beim Einkaufen verspäteten und die ersten Gäste im Lokal ihr Essen bestellten, waren nur Wolfgang und seine Schwester Sabine in der Küche. Kurzerhand bereiteten sie die ersten Essen zu. Als wenig später die Eltern in der Waldgaststätte eintrafen, fragte ein Gast überrascht: „Ei Hans, wer hat denn unser Schnitzel gemacht?“

Die erste Prüfung war also bestanden. Nach der Schule ging's dann Schlag auf Schlag – und steil bergauf. Mit 17 Jahren begann Quack seine Kochlehre bei Rudi Kubig in der Saarbrücker Winzerstube, wo er auch seine spätere Frau Anne kennen lernte, die dort eine Servicelehre absolvierte. Inzwischen sind die beiden 25 Jahre verheiratet. Und Tochter Saskia, 1991 geboren, arbeitet als Restaurantfachfrau.

Nach seiner Bundeswehrzeit, in der Truppenküche in Lebach, folgte eine Station, die dem talentierten Koch zum Durchbruch verhalf: Quack arbeitete zwei Jahre bei der Neunkircher Sterneköchin Margarethe Bacher. „Ich lernte hier vor allem, wie man ganz exakt und klassisch allerfeinste Suppen und Saucen zubereitet.“ Und so wurde Quack 1988 in Nizza Weltmeister der Jungköche der internationalen Köchevereinigung „Chaîne des Rôtisseurs“. „Dieser Titel hat mir die Tür aufgemacht“, erinnert sich Quack. Er wechselte zu Dieter Müller in die Schweizerstuben nach Wertheim-Bettingen (zwei Michelinsterne) und später zur Kochlegende Eckart Witzigmann in die „Aubergine“ in München (drei Sterne).

Nach der Geburt von Tochter Saskia kehrte Quack ins Saarland zurück und seit 2002 ist er endgültig sesshaft geworden: In der Villa Weismüller, einem früheren Forsthaus in der Gersweiler Straße in Saarbrücken. „Das Haus haben wir vor fünf Jahren gekauft und umgebaut“, so der Küchenchef – und hier fühlt er sich zusammen mit seiner Frau und einem eingespielten Team richtig wohl. Lohn seiner konstant guten Arbeit ist die Auszeichnung „Bib Gourmand“ von Michelin , die für eine sehr gute regionale und preisbewusste Küche steht. Für Privates und Hobbys bleibt bei Anne und Wolfgang Quack wenig Zeit. Nur sonntags, denn da ist Ruhetag.

Und was macht Familie Quack da am liebsten? Nach Paris zum Essen fahren! „So etwa einmal im Monat leisten wir uns das“, erzählt der Küchenchef, der dieses Jahr 50 wird. „Ich bin immer neugierig und will sehen, was andere Köche so machen.“ Und so gehen die Quacks in Paris gleich in zwei Restaurants. Morgens um 8 Uhr geht's los mit dem ICE, um 11.45 Uhr ist das erste Restaurant an der Reihe, da werden zwei Vorspeisen verzehrt, und um 13.30 Uhr folgt das zweite Restaurant – dort gibt es Hauptgericht und Nachtisch. Das alles wird vorher von zu Hause aus reserviert. „Das klappt prima und macht uns sehr viel Spaß“, so Quack. Sie besuchen dann aktuelle, angesagte Restaurants, meistens auch mit „Bib Gourmand“. Und so bringen die Quacks manche Anregungen mit ins Saarland – eine haben sie mit großem Erfolg auch in ihrer Villa umgesetzt, das „Kitchen Table“. Auf Barhockern vor der offenen Küche kann man sich kleine Köstlichkeiten schmecken lassen und mit dem Küchenchef plaudern.

Auch die quirlige Küchenszene in Berlin reizt Wolfgang Quack. Dort besucht er dann auch schon mal an einem Tag gleich vier verschiedene Restaurants. „Zum Glück habe ich eine gute Verdauung“, lacht der Küchenchef. Der verwandelt sich an manchen Abenden zu später Stunde in einen DJ. Denn Musik auflegen, das ist Quacks großes Hobby. Mit seinem Tablet, einem DJ-Programm und seiner DJ-Console (sowie einem Gläschen Champagner) stellt er sich dann ans Buffet und sorgt für die Unterhaltung der Gäste. Besonders bei Geburtstagen oder Hochzeiten kommt das gut an. „Die Musik ist fast so wichtig wie das Essen“, meint Wolfgang Quack, „wenn die Musik nicht passt, kommt keine Stimmung auf.“ Von Abba oder Adele über Ray Charles und Frank Sinatra bis zu den Toten Hosen oder AC/DC reicht das Spektrum. Auch letzte Silvesternacht sorgte DJ Frog, so sein Spitzname, für beste Laune – bis morgens um sechs Uhr wurde gefeiert.

Die SZ stellt jeden Montag vom Guide Michelin ausgezeichnete Köche der Region vor.

© WhatsBroadcast
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