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Der Salzhering kommt wieder: Heute wird man sich dem Traditionsessen kaum entziehen können

Am Aschermittwoch ist zwar alles vorbei, aber gegessen wird noch. Allerdings etwas einseitig, denn in den Karnevalshochburgen steht heute meist nur ein Gericht auf der Speisekarte: Hering mit Salzkartoffeln.

Und das nicht nur in den Kantinen und Vereinshäusern, sondern auch bei politischen Veranstaltungen und in Feinschmeckerrestaurants. Für den Hering am Aschermittwoch gibt es zwei Gründe. Zum einen stehen die salzigen und in eine leicht säuerliche Soße eingelegten Heringe in dem Ruf, dem Körper nach dem Alkoholgenuss wieder die notwendigen Mineralien zuzuführen und damit den dicken Kopf zu beheben.

Zum anderen haben Fische als Fastenspeise eine lange Tradition, denn nach der katholischen Fastenregel sind nach Aschermittwoch für 40 Tage weder Alkohol noch Fleisch von warmblütigen Tieren zum Verzehr erlaubt, daher hat sich als Alternative das Fischgericht verbreitet. Schnaps und Bier dürfen übrigens am Aschermittwochstag zum allerletzten Mal noch getrunken werden, das Bier soll für das Gedeihen der Gerste sorgen, der Schnaps die Mücken vertreiben.

Die Fischgroßhändler halten ihre Herings-Kontingente jedes Jahr schon für die Karnevalszeit vor. Wie immer hat Melanie Flatter vom gleichnamigen Homburger Fischgeschäft vorgesorgt und bei ihrem bewährten holländischen Händler rund 1500 Matjes bestellt, denn sie beliefert mehrere Kantinen und Restaurants in der Region, die das Traditionsgericht geordert haben. „Manche Kunden aus dem Umkreis haben die Heringe schon am Rosenmontag abgeholt“, erklärt sie, „die wollen sie selbst einlegen.“

Die Menge, die in diesem Jahr bestellt wurde, entspreche der von 2015, aber eine Tendenz hat Melanie Flatter festgestellt: „Viele jüngere Kunden haben Lust, die Heringe wie früher selbst einzulegen, sie fragen sogar nach dem klassischen Salzhering, den man in der ursprünglichen Form ja kaum noch findet.“

Zumal man früher unter einem eingelegten Hering einen Salzfisch aus dem Fass verstand, der streng roch und den man selbst ausnehmen und wässern musste. Diese Arbeit wollen sich die wenigsten noch machen, „doch es gibt auch wieder Bestrebungen, diese Tradition aufleben zu lassen. Vor allem, wenn man die Rezepte von der Oma hervorholt,“ betont Melanie Flatter. Dennoch sind und bleiben die leicht gesalzenen, dickfleischigen Matjes die Renner, betont die Fisch-Expertin, „die kommen ohne Konservierungsstoffe aus und sind deshalb bekömmlich.“

Melanie Flatter hat ihre speziellen Rezepte für die Soße, beliebt ist auch bei ihr die Sahnesoße mit Zwiebeln , Karotten und Gurken, Äpfel gibt es auf Anfrage, „wegen der Allergien“. Auch eine laktosefreie Soße ist im Angebot: „Ich bin auf alles eingerichtet.“

Das Heringsessen der Stadt Homburg für geladene Gäste findet am heutigen Aschermittwoch um 19.30 Uhr im Saalbau statt. Es biete die Gelegenheit, sich bei den „Menschen zu bedanken, die sich in unserer Stadt ehrenamtlich engagieren“, hatte Ob Rüdiger Schneidewind in der Einladung betont. Auch Ortsvertrauensmann Gerhard Wagner lädt heute zum Heringsessen in die Beeder Sporthalle ein. Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr. Ein Höhepunkt des Abends wird die Verleihung der vom Ortsvertrauensmann gestifteten Beeder Bürgermedaille an Personen sein, die sich durch ehrenamtliches Engagement in Beeden verdient gemacht haben.

 

Zum Thema:

Heringe auf finnische Art: Salzheringe ausnehmen, nicht entgräten. 24 Stunden wässern. 250 Milliliter Essig, 250 Milliliter Wasser und fünf Esslöffel Zucker aufkochen und abkühlen lassen. Den Fisch in zwei Zentimeter lange Stücke schneiden und mit zwei klein geschnittenen Zwiebeln , einer in Streifen geschnittenen Möhre, zwei Teelöffeln Pfeffer, einem Esslöffel Piment und einem Lorbeerblatt in ein großes Einmachglas schichten. Die kalte Soße darüber geben und das Glas verschließen. Mindestens drei Tage kühl stellen, dann mit Bier genießen. Quelle: Chefkoch.de

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