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Der Täter gehört oft zur Familie

Häusliche Gewalt ist mit 14 Fällen in der Regionalverbandsstatistik des Weißen Rings für 2016 vertreten. Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpa</p>

Häusliche Gewalt ist mit 14 Fällen in der Regionalverbandsstatistik des Weißen Rings für 2016 vertreten. Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpa

Menschen, die dorthin kommen, haben Furchtbares durchgemacht. Die Täter haben sie geschlagen, bestohlen, beraubt, vergewaltigt oder sexuell missbraucht. Und oft kamen die Peiniger aus der Familie. Beim Weißen Ring in der St. Johanner Halbergstraße finden die Opfer Hilfe. Das hat sich herumgesprochen, wie die Zahlen von 2016 zeigen.

Werner Kaspar, Leiter der für den Regionalverband zuständigen Außenstelle Saarbrücken, und sein Öffentlichkeitsarbeiter Gerhard Ruloff stellten sie der SZ am Donnerstag vor. Demnach stieg die Zahl der betreuten Verbrechensopfer um fast 50 Prozent. 101 Frauen , Männer und Kinder fanden im Jahr 2015 Hilfe bei den Ehrenamtlichen vom Weißen Ring. 149 – 110 Frauen und 39 Männer – waren es im vergangenen Jahr. Für Kaspar ist dies nicht zuletzt das Ergebnis der guten Netzwerkarbeit seines Teams. Denn der Weiße Ring kooperiert im Regionalverband mit vielen anderen Organisationen.

2016 waren die weitaus meisten Hilfesuchenden, 35, Opfer einer Körperverletzung geworden, gefolgt von Sexualdelikten (28), Diebstählen (25) und Raubdelikten (16) sowie häuslicher Gewalt (14). Außerdem suchten 13 Opfer von Stalking Rat. Die Neun steht im Jahresbericht für die Zahl der Opfer von Bedrohungen, die Zwei für Leidtragende nach einem Betrug. Fünfmal standen die Aktiven vom Weißen Ring den Angehörigen von Mordopfern zur Seite oder halfen, wenn jemand selbst das Ziel eines Tötungsversuches war. Die Polizei informiert den Verein immer, wenn sie von einer gravierenden Straftat erfährt und falls das Opfer damit einverstanden ist. Dann erhält die Geschäftsstelle des Weißen Rings ein Fax. Aber natürlich können Betroffene sich auch selbst in der Halbergstraße melden. „Sobald wir von einer Straftat erfahren, setzen wir uns binnen 24 Stunden mit dem Opfer in Verbindung“, sagt Ruloff. Er, Kaspar und die anderen, allesamt Ehrenamtliche, hören zu, geben Rat oder sagen, wer sonst helfen kann.

Zum Netz der Hilfe gehören unter anderem die Trauma-Ambulanzen in Berus und Münchwies, der Frauennotruf Saarland für vergewaltigte und missbrauchte Frauen , Nele, die Beratungsstelle gegen sexuelle Ausbeutung von Mädchen, sowie die Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt.

Um die ganze Bandbreite von Unterstützungsangeboten zu kennen und bei Gesetzen auf dem Laufenden zu bleiben, bilden die Helfer sich fort. Dafür unterhält der Weiße Ring eine Akademie an seinem Hauptsitz in Mainz. Wer zum Beispiel Betroffenen von Cybermobbing helfen will, hält sich zwangsläufig in der Kommunikationstechnik und bei Schutzmaßnahmen fit.

Die Leute von der Außenstelle Saarbrücken wollen außerdem noch mehr in der Verbrechensverhütung aktiv werden. Auch dafür muss die Mannschaft groß genug sein. 15 Männer und Frauen sind derzeit in der Opferbetreuung aktiv. Vier bereiten sich auf diese verantwortungsvolle Tätigkeit vor. Verstärkung ist hoch willkommen. Vor allem die jungen Leute fehlen. Für Kaspar gibt es viele Gründe, sich im Weißen Ring zu engagieren. „Es ist ein angenehmes Gefühl, dass man jemandem geholfen hat. Außerdem kann ich mich weiterentwickeln. Diese Arbeit macht frisch in der Birne, denn jede Situation ist anders. Deswegen sind wir auch nicht in ein enges Zeitkorsett gezwängt. Wenn es sein muss, helfen wir Menschen, die sich an uns gewandt haben, auch am Wochenende.“ All das, damit Verbrechensopfer irgendwann wieder ein normales Leben führen können.

Wer beim Weißen Ring mitmachen oder ihn mit Spenden fördern möchte, wende sich an Werner Kaspar, Telefon (01 51) 55 16 47 44.

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