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Die Familie – ein Auslaufmodell im Saarland?

Die Familie Heinz Becker – sie ist die dank Fernsehen wohl bekannteste saarländische Familie – und auch die saarländische Musterfamilie. Heinz Becker und Frau Hilde. Sohn Stefan zieht irgendwann aus. Das Paar lebt dann allein. Ein Familienmodell, wie es am häufigsten hierzulande vorkommt. Das zeigt der erste saarländische Familienreport, den Familienministerin Monika Bachmann ( CDU ) gestern vorgestellt hat. Demnach leben knapp 48 Prozent der Saarländer in einer Partnerschaft ohne Kinder. Deutschlandweit sind das nur rund 28 Prozent. Besonders auffallend: Im Saarland haben nur 15 Prozent der Familien minderjährige Kinder. Im Bundesschnitt hingegen sind es 27 Prozent. Und das Saarland kommt auch nur auf 1,35 Geburten pro Frau und liegt damit im Bundesvergleich auf dem letzten Platz. Die klassische Familie – ein Auslaufmodell im Saarland?

Dem Familienreport zufolge sieht es so aus. Den hat das Familienministerium im Jahr 2015 für stolze 45 000 Euro beim Organisationsberatungsinstitut in Thüringen in Auftrag gegeben. Das Institut hat an 5000 saarländische Haushalte Fragebögen verschickt. Darunter gab es drei Zielgruppen, erklärte Ines Morgenstern vom Institut: Familien mit Kindern unter 18 Jahren, 45- bis 56-Jährige ohne Kinder und Senioren über 65 Jahren. An der Umfrage beteiligt hätten sich aber nur 800. „Ich hätte mir gewünscht, dass noch mehr Menschen antworten“, sagte Bachmann. Dennoch sei die Umfrage laut Morgenstern „repräsentativ“ gewesen.

Die Ergebnisse sind nicht so überraschend: Familien leben hier verhältnismäßig eng zusammen. Wenn es um die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftiger Angehöriger geht, kriegen viele allerdings Probleme. Ein Drittel gab an, Familie und Beruf gut vereinbaren zu können. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt nehmen allerdings deutlich weniger Saarländer Elternzeit.

Die meisten saarländischen Familien sind zufrieden mit ihrer finanziellen Situation. Dabei liegt das Haushaltsnettoeinkommen im Saarland deutlich unter dem bundesweiten Schnitt. In den Städten ist freier Wohnraum kaum verfügbar. Auf dem Land hingegen fehlt es oft an Ärzten, Apotheken oder Supermärkten. Dennoch kommt der Bericht zu dem Ergebnis, „dass im Saarland eine gute Basis für Familien geschaffen ist“, sagte Morgenstern. Sie lobte vor allem das Beratungsangebot. Dieses sei allerdings oft unübersichtlich. Eine Servicestelle beim Familienministerium helfe Familien bei Betreuungsfragen, sagte die Ministerin. Diese solle ausgeweitet werden auf Landkreise und den Regionalverband. Für das erste Quartal des Jahres kündigte Bachmann den Start einer Familien-App an, die ebenfalls über aktuelle Unterstützungsangebote informiert. In den ersten Landkreisen gebe es bereits Seniorenlotsen, die alleinstehende Ältere etwa zum Frisör oder in die Kirche begleiten. Schularbeiter, eine telefonische Familiensprechstunde, sowie Dialogveranstaltungen zwischen den Generationen hätten bereits einen enormen Zuspruch. „Wir haben schon vieles gemacht, aber das reicht noch lange nicht aus“, sagte die Ministerin mit Blick auf die Baustellen, die der Report aufzeigte. Auf dem Land müsse es wieder mehr Hausärzte geben und mehr Bäcker- oder Metzgerautos. Vor allem wolle sie kinderreiche Familien und ältere Menschen unterstützen, damit diese so lange wie möglich zuhause leben könnten. Noch abersei der Familienbericht nicht ausgewertet, jetzt gelte es, die politischen Konsequenzen zu ziehen, so die Ministerin: „Zu einem großen Prozentsatz aber ist die Welt hier bei Familien noch in Ordnung.“

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