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Die gefüllte Sünde: Bald steht der Berliner wieder im Rampenlicht der Bäckertheke

Der Klassiker ist in Saarbrücken: das Fastnachts-Traditionsgebäck gefüllt mit Marmelade und mit Puderzucker bestäubt. Foto: dpa

Der Klassiker ist in Saarbrücken: das Fastnachts-Traditionsgebäck gefüllt mit Marmelade und mit Puderzucker bestäubt. Foto: dpa

Ein Biss und die Marmelade spritzt raus. An den Lippen klebt der Puderzucker . Das ist der Traum von einem Berliner. Das süße Hefeteiggebäck lächelt uns in der Fastnachtszeit von den Bäckertheken aus an. Da greifen wir gerne mal zu. Kalorienzählen war gestern. Genießen ist heute angesagt. Doch was macht die süße Sünde eigentlich so beliebt?

Viele Saarbrücker haben die Faasekichelcher als Kind schon mit der Mutter oder der Oma zusammen gebacken.

Annette Laub (59) zum Beispiel macht jedes Jahr an Fastnacht Berliner selbst. Und zwar nach einem alten Rezept ihrer Mutter. „Meine Berliner sind ungefüllt und ich nehme weniger Zucker. Die aus der Bäckerei sind mir nämlich zu süß“, sagt sie. Auch Walter Ries (72) erinnert sich gerne an das gemeinsame Backen der Faasekichelcher mit seiner Mutter. Er mag sie am liebsten mit Pflaumenmus gefüllt und mit Zimt und Zucker drumherum. So kennt er sie nämlich von Zuhause. „Für Berliner bin ich das ganze Jahr über zu haben. Nicht nur zur Fastnacht“, sagt er und gesteht, dass er sie aber nicht mehr selbst backt, sondern nur beim Bäcker kauft. So wie ihm geht es anderen Saarbrückern auch.

Für das Selbstbacken sind die meisten eben doch nicht zu haben. Denise Müller (22) und Alexander Greß (44) stehen auf den Klassiker, gefüllt mit Erdbeermarmelade. Den kaufen sie beim Bäcker. Und das nicht nur in der Fastnachtszeit. Hinter der Ladentheke liegt, was das Berliner-Herz begehrt. „Für mich gibt es aber auch nur den Klassiker“, sagt Emily Henn (20). „Mit Schokolade oder Vanillepudding gefüllt – das stelle ich mir viel zu süß vor.“ Denis Zahm (60) verzichtet zurzeit lieber auf die Nascherei. „Ich will ja schlank bleiben, da sind mir Berliner zu fett.“

Sorgen um die Figur muss sich aber eigentlich keiner machen. In einigen Saarbrücker Bäckereien gibt es Berliner nämlich nur, solange es kalt ist. Und Hochsaison ist natürlich an Fastnacht, vom Fetten Donnerstag an bis Aschermittwoch. Dann kommen die vielen Sorten trotzdem meist nicht gegen den Klassiker, gefüllt mit Erdbeer- oder Aprikosenmarmelade, an. Bei Café Becker bestellen die Kunden in den närrischen Tagen Berliner für das ganze Büro. Das treibe den Umsatz zwar schon für kurze Zeit in die Höhe. Aber wer Berliner kauft, verzichtet auf eine andere Leckerei aus der Bäckerei. Bei Café Becker seien aber auch die Pfälzer Kartoffeln beliebt. Pfälzer Kartoffeln in einer saarländischen Bäckerei? Tatsächlich. „Der mit Vanillecreme gefüllte Brandteig ist gut für die Seele und schlecht für den Magen“, sagt Yvonne Getrey, Geschäftsführerin des Café Beckers. Noch mehr Fastnachts-Spezialitäten aus anderen Regionen gibt es beim Café Schubert. Dort findet der Kunde Mutzen, ein Siedegebäck aus dem Rheinland. Oder die Schweizer Öhrli, ein tellerförmiges Gebäck. Aber auch die sind keine große Konkurrenz für den Klassiker. Die beste Zutat in Beckers Berlinern? „Die gute Butter“, sagt Geschäftsführerin Karin Schubert-Hintze. Und das A und O: das Fett müsse immer frisch sein. „Je heller der Kranz außen, desto besser ist die Qualität.“

Das Café Lolo schwört bei der Herstellung seiner Berliner auf reines Erdnussfett. „Wir backen die Berliner bei 160 Grad in einer großen Friteuse. Da ist es wichtig, ein hitzebständiges Fett zu verwenden“, sagt Andreas Dausend, Geschäftsführer des Café Lolo. Und noch etwas zeichne die Lolo-Berliner aus: zusätzliches Eigelb. Die saarländischen Faasekichelcher bekommt der Kunde dort auch. Aber auch nur an den Fastnachtstagen. Der Unterschied zu den Berlinern? „Sie sind kleiner, rustikaler, nicht rund, sondern eckig, ungefüllt und meistens ohne Puderzucker “, erklärt Dausend.

Beim Café Steigleiter gibt es Hugo-Berliner. Die sind mit einer Holundersektcreme gefüllt. Es gibt sie, genau wie die anderen exotischen Füllungen, wie zum Beispiel Nougat, aber nur von Donnerstag bis Dienstag. Michael Steigleiter benutzt für seinen Berlinerteig noch ein über 50 Jahre altes Rezept von seinem Vater. „Es enthält eine Geheimzutat. Die verraten wir aber nicht“, sagt er.
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