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Dieser Bundesliga-Profi ist jetzt Geschäftsführer des SV Morscholz

In der Fußball-Bundesliga stellte ihm Trainer Sami Hyypiä die Aufgabe, aus der Tormaschinerie der schier unbesiegbaren Münchner Mario Mandzukic zu zähmen. Das gelang Phillipp Wollscheid beim 1:2 – abgesehen von der Szene zum 0:1, als er in der 44. Minute ein Kopfball- Duell gegen den Kroaten verlor. Abends nach dieser Partie wurde der Abwehrspieler vor eine ganz andere Aufgabe gestellt als bei Einsätzen für Bundesligist Bayer Leverkusen. Die Mitglieder des SV Morscholz, ein reiner Fußball-Club mit fünf Mannschaften, wählten den ehemaligen Jugendspieler des Vereins aus dem 1000-Seelen-Örtchen zum Geschäftsführer. „Ich wollte diesen Posten haben“, unterstreicht Wollscheid.

Ungewöhnlich, dass ein Nationalspieler bei einem Dorfclub statt eines eher unwichtigen Postens wie der eines Beisitzers einen verantwortungsvollen übernimmt. „Das ist für uns eine große Anerkennung“, sagt der SV-Vorsitzende Siegmund Dewald. Seine Nachbarn, das ist Familie Wollscheid. Und deren Sprössling, der 1994 beim SV Morscholz auf dem Hartplatz mit dem Kicken begann, erklärt: „Der Verein liegt mir am Herzen. Das sind alles Freunde von mir. Es gab insgesamt gesehen keine positive Entwicklung. Es liegt mir sehr viel daran, dass der Club weiter existiert. Ich will dabei sein, um zu helfen. Ich bin ein Morscholzer.“ Vereins-Chef Dewald ergänzt: „Philipp ist sehr heimatverbunden.“ Er helfe auch mal bei Turnieren im Getränkestand mit, wenn er Zeit habe. „Wir erhoffen uns, dass unser Verein mit ihm mehr Ausstrahlung erhält“, sagt der Vorsitzende, dessen 180 Mitglieder zählender Verein im Aktivenbereich mit dem SV Steinberg in der Spielgemeinschaft Morscholz-Steinberg in der Kreisliga A Hochwald kickt. Wollscheid ist meist einmal im Monat in seinem Heimatort.

„Deshalb werde ich per E-Mail und Telefon auf dem Laufenden gehalten, zum Beispiel über Zahlen und Umsätze. Aber natürlich kann ich aus der Ferne nicht alles machen“, sagt er zur Ausübung seines Geschäftsführer-Postens. Ansonsten tourt er mit Bayer Leverkusen durch die Welt des Profi-Fußballs. Stars von heute werden in ihren Vereinen gehätschelt und getätschelt, müssen sich um nichts kümmern – allenfalls um die Auswahl des Geruchs des Duschgels. Wie bekommt es ein gestandener Profi mit 101 Erstliga-Einsätzen in seinem Kopf hin, zwischen der Glitzer- Welt rund um Europas Fußball- Tempel und dem Alltag eines Dorfclubs mit Hartplatz gedanklich hin- und herzuspringen?

Schließlich prallen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander. „Ich war gedanklich nie aus dieser Welt heraus“, sagt Wollscheid mit Blick auf seinen Heimatort: „Bundesliga-Profi, das ist mein Job. Der Fußball daheim ist mein Hobby. Den Dorffußball kenne ich schon mein Leben lang. Profi bin ich erst seit knapp fünf Jahren.“ Was will er in den kommenden Jahren mit dem SV Morscholz erreichen? „Im Hochwald leben immer weniger Menschen. Es gibt immer weniger Kinder. Ein Rasenplatz wäre ein Riesenvorteil.“ Priorität habe es aber, dass „die Leute aus dem Dorf wieder auf den Sportplatz gehen“. Es sollen Spieler auflaufen, mit denen sich das Dorf identifiziere. „Der Sportplatz soll wieder Anlaufstelle für die Gesellschaft werden. Die Leute aus dem Dorf sollen mit den Jungs auf dem Platz etwas anfangen können.“

 
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