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Dillinger Jusos sorgen sich wegen Rechtspropaganda

Dillingen. Seit einigen Monaten tauchen in Dillingen vermehrt Aufkleber, Plakate und Graffiti auf, die neonazistisches Gedankengut vermitteln. So haben es die Dillinger Jusos, die Jugendorganisation der SPD, beobachtet. Vor allem in der Unterführung vom Bahnhof zum Schulzentrum hängen die Plakate dicht an dicht, dort, wo jeden Tag unheimlich viele Schüler entlanggehen.

Zwar ist ein Großteil der Plakate wieder abgekratzt, die Jusos sind dennoch beunruhigt. „Die Plakate bewerben die Webseite Freies Netz. Die Verantwortlichen jener Internetseite bekamen Aufmerksamkeit, da sie zu Gewalttaten und unter anderem zu einem Angriff auf eine Polizeiwache aufriefen“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Hanne Wendorff, stellvertretende Vorsitzende des Juso-Kreisverbands Saarlouis, erläutert die Sorgen der Jugendorganisation. „Wir haben keine Angst vor Aufmärschen oder Attentaten, es geht um das Miteinander. In einer Stadt wie Dillingen mit dieser Bevölkerungsstruktur sollten solche Plakate, solche Aufkleber nicht hängen.“ „Deshalb fordern wir, dass die Stadt Dillingen sich klar gegen Neonazismus, Faschismus, Rassismus und menschenverachtende Einstellungen positioniert“, heißt es in einem offenen Brief der Jusos an den Dillinger Bürgermeister Franz-Josef Berg. Fabian Backes, stellvertretender Juso-Chef in Dillingen, geht im Gespräch mit der SZ noch weiter: „Nicht nur die Stadt soll sich positionieren, sondern der ganze Kreis, das ganze Saarland.“ Konkret schlägt er vor, Aktionen wie „Gemeinde ohne Rassismus“ zu starten. Backes: „Das könnte Dillingen auch machen.“

Unterstützung bekommen die Jusos vom SPD-Stadtverband Dillingen. „Wir mussten im Bürgermeisterwahlkampf erfahren, dass die Plakate unserer Kandidatin mit rechten Parolen verunglimpft wurden“, berichtet Hiltrud Wald, die Vorsitzende des SPD-Stadtverbands. Direkte Informationen über ein rechtes Spektrum in Dillingen lägen ihr zwar nicht vor. „Unabhängig davon ist uns jedoch sehr daran gelegen, in Dillingen wieder einen kriminalpräventiven Rat zu etablieren, der leider seit Jahren eingeschlafen ist“, schlägt Wald darum vor.

Doch bis dahin sollen erstmal die Plakate und Schmierereien verschwinden, fordern Jusos und SPD. Auf den offenen Brief der Jusos angesprochen, betont Gertrud Schmidt, Sprecherin der Stadt Dillingen: „Der Bauhof ist seit Wochen hinterher, die Plakate und Aufkleber wieder zu entfernen.“

© WhatsBroadcast
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