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Ehepaar lag wochenlang tot im Wohnhaus in Bous - Obduktion soll Todesursache klären

Eine Kripobeamter sichert Spuren am Einfamilienhaus in Bous, in dem das tote Ehepaar gefunden wurde.

Eine Kripobeamter sichert Spuren am Einfamilienhaus in Bous, in dem das tote Ehepaar gefunden wurde.

Hunderte Fliegen tummeln sich hinter den gekippten Fensterscheiben der kleinen Doppelhaushälfte in Bous . Beißender Geruch dringt nach draußen, Passanten gehen vorbei, wenden sich ab, schütteln ungläubig den Kopf. Noch immer sind viele fassungslos ob des grausigen Fundes, der am Vortag in dem Haus gemacht wurde. Ein älteres Paar, das seit Jahren dort lebte, lag wochenlang tot in der Wohnung, am Montagabend fanden Polizeibeamte die stark verwesten Leichen der beiden. Gegen 20 Uhr trafen sie an dem Einfamilienhaus in der Fultrischstraße in Bous ein, das unter den riesigen Nadelbäumen, die im Vorgarten stehen, fast winzig wirkt. Nachbarn hatten die Polizei verständigt, weil der Hund des Paares über Stunden hinweg bellte.

Wie lange genau das Paar in dem Haus lag, lässt sich noch nicht sagen. „Wir gehen von einem längeren Zeitraum aus. Schätzungsweise mehrere Wochen“, sagt Georg Himbert , Sprecher des Landespolizeipräsidiums. Genauere Angaben ließen sich erst nach der Obduktion machen. Diese soll auch Aufklärung über die Todesursache liefern. „Es gibt keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen“, erklärt Himbert.

„Liebe, ruhige, nette Leute“, seien die beiden gewesen, die eher zurückgezogen gelebt hätten, sagt eine Nachbarin. Die 82-jährige Frau, die auf den Rollstuhl angewiesen war, sei schon lange nicht mehr auf der Straße gesehen worden. Ihr Lebensgefährte (69) habe sich um sie gekümmert. Viel mehr wissen die Nachbarn über das Paar nicht. „Der Mann ist manchmal mit dem Auto weg und hatte den Hund dabei. Den hatte er immer dabei“, erzählt eine Nachbarin, „wenn wir uns zufällig gesehen haben, haben wir uns gegrüßt.“ Mehr Kontakt habe nicht bestanden. Das Paar sei nie aufgefallen. Auch die geschlossenen Rollläden seien nichts Ungewöhnliches gewesen. „Zwei Fensterläden waren die ganze Zeit geschlossen, einer geöffnet“, erzählt eine Nachbarin.

„Da wohnt man fast gegenüber und merkt nichts. Schon seltsam“, sagt ein anderer Anwohner, aber: „Wir haben die Leute auch nie gesehen und nie gehört.“ Aufmerksam geworden sei er erst, als die Polizei am Montagabend eintraf. Gegen 23 Uhr seien die Leichen abtransportiert worden, erzählt er weiter. Als die Polizei die Tür öffnete, habe man bis auf die Straße einen starken Gestank wahrnehmen können. Der Hund, ein Nackthund, wurde noch am Montag ins Dillinger Tierheim gebracht. Er sei in einem relativ guten Zustand und mache keinen verwahrlosten Eindruck, sagt Heidi Groß vom Tierheim.


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