Saarland: Quierschied; L 262 aus Maybach in Richtung Bildstock, Höhe der AS Friedrichsthal-Bildstock, Maybacher Weg, Gefahr durch defekten LKW (Schwertransport), rechte Fahrbahn blockiert, Verkehrsbehinderungen, Verkehrsführung geändert (04:55)

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Ein Fandorf steht Kopf: Jubelorgien im Neunkircher Ellenfeld

Neunkirchen. Um halb zwei kamen die ersten Gruppen zum Public Viewing ans Neunkircher Ellenfeld. Es waren junge Männer aus der nahen Pfalz, aus Breitenbach und Dittweiler. „Wir wollten einen schattigen Platz möglichst nah am Zapfhahn ergattern. Und wie man sieht, hat es sich gelohnt. Auch weil Deutschland gegen England gewonnen hat.“ Bereits um 14.30 Uhr vor Ort war eine Gruppe aus Furpach und Elversberg. Sie präsentierte den WM-Pokal, natürlich eine Nachbildung, und bekundete, dass sie Jogi Löw und seinen Mannen den Titel zutraut. Und dann füllte sich die Fanmeile immer mehr. Es waren so um die 8000, noch mehr als bei der Partie gegen Ghana. Eine beeindruckende Kulisse, die kollektiv mitging, wenn ihre Jungs vor das englische Tor kamen. Bei allen vier Treffern schwoll der Geräuschpegel fulminant an, auch wenn der Ball noch nicht im Kasten war. So entlud sich die Anspannung in einer Jubelorgie beim 4:1. Staub und Fahnen stiegen in den Neunkircher Himmel auf. Borussenfan René Schepper schaute unter der Tribüne in Richtung Leinwand und stellte lachend fest: „Ich habe zwar auf 3:2 getippt und diese Wette verloren. Aber was soll’s? Deutschland hat gewonnen. Und jetzt haben wir es den Engländern für 1966 gegeben.“


Damit meinte er den eigentlich regulären Treffer, der von der Latte in vollem Umfang hinter die Torlinie sprang, aber vom Schiedsrichter nicht gegeben wurde. Immer pendelnd zwischen Jugendraum unter der Ellenfeld-Tribüne und Public Viewing Christoph Serr, einer aus Borussias rührigem Jugend- Betreuerteam. Als Thomas Müller den Sack zugemacht hatte, hüpfte er wie ein Derwisch durch die Gegend und brüllte seine Freude heraus. „Hurra, das war`s.“ Nicht minder froh waren der Heiligenwalder Thorsten Engel und Sepp Jost aus Landsweiler-Reden. Letzterer hatte noch einige Zweifel vor dem Anpfiff. Richtig gut drauf und siegessicher gaben sich der Luxemburger Markus sowie Andrea, Nadine, Nicole und Marco, alle aus Schiffweiler. Sie postierten sich in glühender Hitze direkt an der Absperrung zum Übertragungswagen. „Über drei Stunden standen wir am selben Platz. Und dass Deutschland so viele Tore schießt und gewinnt, dafür haben wir alles gegeben.“ So der junge Mann aus dem Nachbarland, der prompt mit dem Titel „Deutscher Ehrenbürger“ geadelt wurde.

Zusammen standen eine Gruppe junger Damen aus dem Neunkircher Wohngebiet Altseiterstal und die Familie Türk-Rupertus, die mit ihren Kindern zu Besuch im Saarland weilte und dieses kollektive Erfolgserlebnis mit bejubelte. Sie hatten sich unter den Arkaden der Ellenfeld- Tribüne vor der sengenden Sonne in Sicherheit gebracht und genossen den Sieg der Nationalmannschaft, ohne einen Hitzschlag zu riskieren. 
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