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Ein Herz für Hunde ohne Zuhause

Claudia Mussler kümmert sich ehrenamtlich um Hunde im Hedwig-Trampert-Tierheim Dillingen, wie hier um den Findlingshund Linus; neben ihr Vorstandsvorsitzender Peter Kaiser. Foto: Johannes A. Bodwing

Claudia Mussler kümmert sich ehrenamtlich um Hunde im Hedwig-Trampert-Tierheim Dillingen, wie hier um den Findlingshund Linus; neben ihr Vorstandsvorsitzender Peter Kaiser. Foto: Johannes A. Bodwing

„Vor sieben Jahren ist meine Hündin gestorben“, erzählt Claudia Mussler. Sie sitzt im Büro von Peter Kaiser, Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstandes im Hedwig-Trampert-Tierheim in Dillingen , und erzählt, wie sie zur aktiven Betreuerin wurde. „Ich wollte dann wieder mit Tieren zu tun haben, aber erst mal nicht mehr mit einem eigenen.“ Da sei die Mithilfe im Tierheim eine gute Lösung gewesen. „Ich mach' das ehrenamtlich, das ist mein Ding.“

In Pachten wohnt sie, gerade mal ein paar hundert Meter weiter. Bei gutem Wetter komme sie mit dem Rad her. Fünfmal die Woche nehme sie sich Zeit für zwei Hunde, die schon länger im Tierheim untergebracht sind. „Ich bin vormittags noch berufstätig. Danach wird die Arbeit zu Hause gemacht und mein eigener Hund versorgt. Anschließend bin ich eine bis eineinhalb Stunden hier.“

„Man hat da schon bestimmte Hunde, die man betreut“, erklärt Mussler. „Die Chemie muss stimmen. Und bisher war das bei mir immer eine Bauchentscheidung.“ Lächelnd ergänzt Kaiser: „Es gibt aber auch Fälle, wo der Hund sich den Menschen aussucht.“

Tiere, die längere Zeit in Betreuung seien, sagt Kaiser, „sind meist schwer vermittelbar, aufgrund von Alter oder schlechter Haltung“. Deshalb könne auch nicht jemand vorbeikommen und gleich mit einem Hund losspazieren. „Das kostet Zeit, Tage oder auch Wochen.“

Eine angestellte Tierpflegerin sei erst mal mit dabei, berichtet Mussler. „Die kennt die Hunde und kann abschätzen, wer zu wem passt. Aber auch, worauf man achten muss.“ Komme man mit dem Tier klar, und natürlich auch umgekehrt, folgten Spaziergänge in Begleitung. Später sei man allein mit dem Hund unterwegs, um die Beziehung weiter aufzubauen.
 

Eigenarten werden notiert

Die Eigenarten des Tieres werden in Formularen festgehalten, schildert Kaiser, damit man Interessenten umfassend informieren könne und auch wisse, welchen Personen man das Tier anvertrauen könne.

„Das alles macht man mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagt Mussler. „Das Ziel ist ja, dass der Hund wieder ein neues Körbchen findet.“ Das könne mitunter ganz schnell gehen, sagt Kaiser, dass ein Hund sich einem neuen Besitzer zuwendet. „Dann muss man wissen, wann man verloren hat.“ Doch werde so weit wie möglich der Kontakt gehalten, um zu erfahren, wie sich das Tier in dem neuen Umfeld entwickle.

Leute, die ehrenamtlich helfen, sagt Kaiser, wollen in erster Linie etwas für die Tiere tun. „Aber damit helfen sie natürlich auch dem Tierheim.“ Zwölf feste Mitarbeiter gebe es zurzeit im Tierheim, dazu 25 ehrenamtliche Betreuer.

Nach dem Gespräch ist endlich Linus an der Reihe. Der quirlige Mischling freut sich schon auf die Leckerlis, die Mussler in der Tasche hat. Kurz stellen sie sich noch für ein Foto hin, dann zieht Linus an der Leine für den Spaziergang.

Informationen über das Hedwig-Trampert-Tierheim in Dillingen finden sich im Internet.

hedwig-trampert-tierheim.de

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