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Einheitliche Notrufnummer 112 für das Saarland wohl im Herbst

Seit 2008 gibt es in Europa die einheitliche Notrufnummer 112. Mit ihr kann man in jedem EU-Land die Rettungsdienste kostenlos erreichen – ganz gleich, ob vom Festnetz oder vom Handy aus. Und das sogar ohne SIM-Karte oder Guthaben auf dem Handy. Im Saarland wird jedoch auf den Rettungswagen (mit Ausnahme der Feuerwehr) nach wie vor die Nummer 19222 beworben. Eine einheitliche Notrufnummer gibt es im Saarland – anders als in anderen Ländern – noch immer nicht. Wer heute die 112 wählt, landet entweder bei der Führungs- und Lagezentrale der Polizei oder bei der Haupteinsatzzentrale der Saarbrücker Berufsfeuerwehr. Bei einem medizinischen Notfall muss der Anrufer erst an die Rettungsleitstelle auf dem Winterberg weiterverbunden werden. Direkt zur Rettungsleitstelle gelangt man nur über die 19222 – eine kostenpflichtige Nummer, die vom Handy aus zudem nur mit der Vorwahl 0681 erreichbar ist.

Der Landtag hatte zwar bereits 2006 ein Gesetz verabschiedet, das vorsah, bis 2009 eine Integrierte Leitstelle (ILS) für Rettungsdienst und Feuerwehr zu errichten. Dort sollen alle Anrufe über die 112 auflaufen. Doch das Projekt verzögerte sich – „und zwar in erheblich größerem Umfang als erwartet“, wie Bernhard Roth, Geschäftsführer des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF) einräumt. Grund sind Unstimmigkeiten zwischen den Trägern der geplanten ILS: dem ZRF (hinter dem die Landkreise und der Regionalverband stehen) und der Stadt Saarbrücken. Dem Vernehmen nach will die Stadt die Regie über die Einsätze ihrer Feuerwehr nicht aus der Hand geben. Sie hätte die ILS daher gerne auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr Saarbrücken angesiedelt. Dass die ILS nun auf dem Winterberg in Betrieb gehen soll, begründet Roth damit, dass der ZRF nahezu die gesamten Kosten für das Projekt übernommen habe. Ausschlaggebend sei aber gewesen, dass sich nur fünf Prozent aller Notrufe an die Feuerwehr richteten, so Roth.

Deshalb wurde im Mai 2013 schließlich im Verbund mit der Luftrettungsstation Christoph 16 eine hochmoderne und gut 15 Millionen Euro teure Leitstelle auf dem Winterberg eröffnet. Eine Integrierte Leitstelle, in der alle 112-Anrufe eingehen, ist diese aber noch nicht. „Es gibt noch einige technische Probleme, deren Behebung aber absehbar ist“, sagt Roth. Doch es hakt noch an anderer Stelle: Es müssten noch „vertragliche Fragestellungen“ zur Finanzierung mit der Stadt Saarbrücken geklärt werden.

Bis Herbst will der ZRF alle Fragen geklärt und die ILS offiziell eingerichtet haben – das wäre dann der Startschuss für die einheitliche Nummer 112. Dann will der ZRF auch die 19222 von den Rettungswagen entfernen und die 112 bewerben. Würde man dies schon jetzt tun, könnte das Roth zufolge schlimme Folgen haben. Denn dann würden kaum noch Notrufe direkt bei der Rettungsleitstelle eingehen, sondern müssten zunächst von Polizei oder Feuerwehr dorthin weitergeleitet werden: „Dabei geht wichtige Zeit verloren“, sagt Roth. Jedes Jahr werden im Saarland 170000 medizinische Notrufe abgesetzt.  Feuerwehr hat nur noch Spott übrig Verzögerungen bei Leitstelle „unfassbar“ – Ärger auch wegen neuer Uniformen

Die Verzögerungen beim Start der Integrierten Leitstelle und das Hin und Her bei der neuen Uniform verärgern viele Feuerwehrleute. Der Landesbrandinspekteur mahnt zudem mehr Geld für Löschbezirksführer an.

 
Von SZ-Redakteur Daniel Kirch

St. Ingbert. Für die jahrelange Verzögerung beim Start der gemeinsamen Leitstelle für Rettungsdienst und Feuerwehr haben viele Feuerwehrleute kein Verständnis und nur noch Spott übrig. Der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes, Detlef Köberling, bezeichnete es bei der Delegiertenversammlung des Verbandes am Samstag in St. Ingbert als „unfassbar“, dass die Integrierte Leitstelle auch fünf Jahre nach dem geplanten Start noch nicht funktioniert. Immer wieder seien die Termine zur Fertigstellung verschoben worden; dies sei kein Ruhmesblatt für das Saarland. Er fügte hinzu: „Hamburg hat eine Elbphilharmonie, Berlin einen Flughafen – und das Saarland eine Integrierte Leitstelle.“

Zu einer unendlichen Geschichte droht auch ein zweites Thema zu werden, das viele der 11?500 aktiven Feuerwehrleute im Saarland umtreibt: die seit 2009 geplante Reform der Dienstbekleidung. Einer neuen Uniform hatten die Bürgermeister aus Kostengründen eine Absage erteilt. Ein Entwurf des Innenministeriums, der unter anderem Änderungen bei den Dienstgradabzeichen und bei der dunkelblauen Uniformjacke vorsah, ist bei einer Anhörung der Feuerwehren zu Jahresbeginn jedoch durchgefallen, wie am Samstag deutlich wurde. „Was nutzt mir eine Vorschrift oder eine Richtlinie, die in keiner Weise die Akzeptanz der Basis findet?“, fragte Landesbrandinspekteur Bernd Becker. Die Feuerwehren hätten ganz unterschiedliche Vorstellungen über eine neue Uniform. Becker will nun einen Runden Tisch einberufen, „um einen Weg aus dieser Sackgasse herauszufinden“.

Er rief ein weiteres Thema auf, bei dem sich die Kommunalpolitiker bislang querstellen: eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung für die 330 Löschbezirksführer im Land. Der Betrag von 50 bis 100 Euro pro Monat sei angesichts der Aufgabenfülle und der Verantwortung des Amtes „lächerlich“, sagte Becker – gerade im Vergleich zu Ortsvorstehern, die meist zwischen 300 und 570 Euro pro Monat erhalten. Becker will auch durchsetzen, dass Wehr- und Löschbezirksführer, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, ebenso wie Ortsvorsteher einige Stunden pro Woche von ihrem Dienstherrn freigestellt werden.
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