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Ensdorf: Saarländischer Energiestandort bereitet Sorgen

Dem RWE-Block im Kraftwerk-Park Ensdorf droht möglicherweise das Aus.

Dem RWE-Block im Kraftwerk-Park Ensdorf droht möglicherweise das Aus.

Ensdorf/Bexbach. Die Gewerkschaft Verdi will den Druck erhöhen, dass der Block III des Kraftwerks Ensdorf auch nach 2012 noch Strom liefern kann. In einer Resolution fordert sie die Landesregierung und den Energiekonzern RWE auf, „für den Erhalt des Kraftwerksstandortes Ensdorf und den Weiterbetrieb über 2012 hinaus eine vertragliche Vereinbarung zu treffen“. Diese soll „den Erhalt des einzigen Kraftwerksstandortes im Saarland, der von einem saarländischen Energieversorgungs-Unternehmen betrieben und durch die Anteile der kommunalen Anteilseigner mit gesteuert wird, gewährleisten“. Mit einer Unterschriftenaktion will Verdi dem Anliegen Nachdruck verleihen.

Die Gewerkschaft befürchtet, dass 120 Arbeitsplätze im Kraftwerk selbst und weitere 380 im Umfeld wegfallen. Beim Block III, den der saarländische Energieversorger VSE für RWE betreibt, ist eine notwendige Revision verschoben worden. Derzeit wird geprüft, das Kraftwerk in Kaltreserve zu stellen. Es verfügt über eine Leistung von 320 Megawatt (MW), der Nachbarblock der VSE bringt es auf 120 MW.

Die Angst um den Fortbestand hat durch einen Briefwechsel neue Nahrung bekommen, den der stellvertretende VSE-Aufsichtsratsvorsitzende Peter Gillo, Direktor des Regionalverbands Saarbrücken, mit dem Vorsitzenden des Kontrollgremiums, RWE-Vorstandsmitglied Rolf Martin Schmitz, führte. Gillo bat darum, in der nächsten Sondersitzung des VSE-Aufsichtsrats am 22. Juni auch den Punkt „Sicherung des Kraftwerksstandortes Ensdorf“ zu behandeln. Schmitz antwortete, dass dieses Anliegen der Standort-Sicherung „mehr als nachvollziehbar“ sei. „Jedoch sind die Voraussetzungen dafür derzeit eher als kritisch zu bezeichnen, da die bisherigen Abschätzungen nicht sehr positiv stimmen können.“ Die RWE AG ist an der VSE mit 69,33 Prozent beteiligt. Der Regionalverband Saarbrücken ist mit 8,95 Prozent der Anteile der größte saarländische Aktionär.

Auch im Kraftwerk Bexbach geht die Angst um, dass die Tage der Stromfabrik gezählt sein könnten. Grund: Seit Herbst vergangenen Jahres hat der Karlsruher Energiekonzern EnBW (Energie Baden-Württemberg) sein Bexbacher Strombezugsrecht (714 MW) auf 100 Prozent erhöht. Am Kraftwerk selbst ist EnBW ist inzwischen mit 75 Prozent beteiligt. Die früheren Anteile der Energie-Unternehmen Eon (8,3 Prozent) und Stadtwerke Aachen (Stawag, 16,7 Prozent) hat man übernommen. Den Rest hält der Essener Mischkonzern Evonik über seine Tochter Power Saar, die auch das Kraftwerk betreibt. Evonik ist allerdings dabei, seine Kraftwerkssparte zu verkaufen.

Auf der anderen Seite baut EnBW direkt am Rhein bei Karlsruhe einen neuen Steinkohle-Block mit einer elektrischen Leistung von 912 MW. Die RDK 8 genannte Stromfabrik soll Anfang 2012 fertig sein. In Bexbach befürchtet man, dass der Saar-Strom dann überflüssig ist, weil der RDK 8 einen besseren Wirkungsgrad hat und die Kohle über den Rhein direkt ans Kraftwerk geliefert wird. Bei EnBW zerstreut man diese Gedanken noch. „Wir brauchen das Kraftwerk Bexbach auch in Zukunft“, so ein Sprecher. „Der Ausbau der Stromerzeugung ist für uns ein wichtiges Ziel.“ Man wolle lieber Strom verkaufen als welchen zu kaufen.
 

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