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FDP-Saar: "Auch Schwule sollen Blut spenden dürfen!"

Saarbrücken. Die Nachfrage nach Blutkonserven wird immer größer, während die Zahl der Spender zurückgeht. Deshalb fordert die Aktionsgemeinschaft „Gleichstellungspolitik“ in der FDP Saar, dass künftig auch Homosexuelle Blut spenden dürfen. Bislang sind Schwule von der Blutspende ausgeschlossen, Lesben dürfen hingegen spenden. „Man wirft Homosexuelle mit Prostituierten und Drogenabhängigen in einen Topf, indem man sie als Risikogruppe einordnet“, sagt Edgar Spengler, Sprecher der Aktionsgemeinschaft.

Saarländisches Gesundheitsministerium verteidigt  Regelung

Das Paul-Ehrlich-Institut, das zum Bundesgesundheitsministerium gehört, hat diese bundesweit geltende Richtlinie für die Blutspende zusammen mit der Bundesärztekammer aufgestellt. Das saarländische Gesundheitsministerium verteidigt die Regelung. „Bei dem Ausschluss von homosexuellen Männern aus der Blutspende geht es nicht um Diskriminierung, sondern um ein statistisch erhöhtes Risiko, dass diese Gruppe mit Aids infiziert ist“, sagt Gesundheitsstaatssekretär Sebastian Pini (FDP).

Zwar wird jede Blutkonserve auf eine HIV- und Hepatitis-Infektion geprüft, es gibt aber eine diagnostische Lücke. „Wenn sich ein Spender innerhalb der letzten zehn Tage mit HIV infiziert hat, dann ist nicht zu 100 Prozent garantiert, dass das bei der Überprüfung festgestellt wird“, erklärt Christoph Ernwein, Sprecher des Blutspendedienstes des DRK für Rheinland-Pfalz und das Saarland. Trotz dieser Lücke sei in den letzten Jahren nie eine mit HIV oder Hepatitis infizierte Blutkonserve benutzt worden.

38 990 Blutspenden im vergangenen Jahr bei Saar-DRK

Ganz nachvollziehen kann Ernwein die Regelung nicht. „Wenn es immer weniger Blutkonserven gibt, sollte man schon überlegen, ob man diese Gruppe nicht freigibt“, sagt er. 38 990 Blutspenden gab es im vergangenen Jahr im Saarland beim DRK, rund 60 000 Konserven wurden von den Krankenhäusern im Land beim DRK angefordert. Die saarländischen Spender können also noch nicht einmal den Bedarf des eigenen Landes abdecken. Jede zweite Blutkonserve gehe in die Krebstherapie, sagt Ernwein.

Wirklich nachprüfen, ob ein Spender homosexuell ist, können die Spendedienste nicht. „Wir vertrauen auf die Ehrlichkeit der Menschen“, so Ernwein. Vor der Spende müssen die Freiwilligen einen Fragebogen ausfüllen und beispielsweise angeben, ob sie homosexuell sind oder schon als Sextourist unterwegs waren.

© WhatsBroadcast
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