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Facebook: So nutzt die Polizei das Internet

Hannover. Eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, das funktioniert über viele Medien: über Zeitungen, Hörfunk, Fernsehen – oder über das Internet. Doch nicht nur Politiker, Künstler und Unternehmen sind an der Aufmerksamkeit der breiten Masse interessiert, sondern auch die Polizei, wenn sie im Zuge der Verbrecherjagd nach Hinweisen aus der Bevölkerung sucht. Dabei wird inzwischen Facebook immer mehr zu Fahndungs-Zwecken genutzt.

Die Polizeidirektion Hannover gilt als Vorreiter auf dem Gebiet, sie ist nun bereits seit gut einem Jahr als „Polizei Hannover“ bei Facebook vertreten. Mittlerweile haben über 100 000 Nutzer auf „Gefällt mir“ gedrückt. Munter schreibt die siebenköpfige Presseabteilung fast täglich auf die Pinnwand. Das reicht von einem gestohlenen Pferdeanhänger über die Suche nach Vermissten bis hin zu Fahndungen nach Gewalttätern. Die „Fans“ können ihren Senf dann in Form von Kommentaren dazugeben, Zeugenhinweise sollen jedoch nur über die Telefonnummer der entsprechenden Dienststellen erfolgen. „Die Öffentlichkeitsfahndung ist im Allgemeinen sehr wirkungsvoll“, erklärt Thorsten Schiewe, Pressesprecher der Polizeidirektion Hannover. „Auf Facebook erreichen wir eine andere Zielgruppe als in den Printmedien.“

Das Engagement der Polizei Hannover wird von der Facebook-Gemeinde positiv aufgenommen, es wird eifrig weiterverbreitet, kommentiert und mit „Gefällt mir“ belohnt. Und auch sonst ist die moderne Art der Fahndung erfolgreich: Acht Fälle konnten im vergangenen Jahr geklärt werden – von der Suche nach Vermissten über Diebstahl bis hin zu gefährlicher Körperverletzung. Sei Dezember fahndet die Polizei Hannover erstmals auch im Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt, dem Mord an einer 20-jährigen Studentin, mithilfe des sozialen Netzwerks. Nach Angaben der Polizeidirektion Hannover laufen die Ermittlungen noch, es sind aber bereits über 500 Hinweise der Facebook-Gemeinde eingegangen.

Doch der Polizeiauftritt in dem sozialen Netzwerk sorgte auch für Diskussion unter den Datenschützern. Nach einem Gespräch des Innenministeriums mit dem niedersächsischen Landesbeauftragten für Datenschutz Ende Januar verzichtete die Polizeidirektion Hannover vorerst darauf, personenbezogene Fahndungen auf Facebook einzustellen. Am 6. Februar hieß es dann nach erfolgter rechtlicher Prüfung auf der Facebook-Pinnwand: „Der Account ‚Polizei Hannover' bleibt als dauerhafte Einrichtung erhalten, die Phase als ‚Modellversuch' ist damit abgeschlossen!“ Ein Wermutstropfen: Die Fahndungen werden seitdem in etwas veränderter Form gepostet. Ein Link führt dann zur Meldung auf der Internetseite der Polizeidirektion Hannover. Der Grund: Dass die Daten von Facebook auf einem Server in den USA gespeichert werden, gelte als rechtlich problematisch, sofern es um Fahndungen deutscher Behörden geht.

Auch andere Polizei-Dienststellen sind inzwischen nachgezogen. So beispielsweise das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern, das seit vergangenem September im Rahmen eines Pilotprojektes auf Facebook fahndet und dort bereits über 12 000 Fans hat. Ende Januar wurde auch hier die Facebook-Gemeinde um Hinweise in einem Mordfall gebeten.

Auch das Bundeskriminalamt (BKA) ist mittlerweile bei Facebook vertreten. Seit Dezember bittet es die Bevölkerung über das soziale Netzwerk um Mithilfe bei der Aufklärung der Straftaten, die von Mitgliedern der rechtsterroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (Zwickauer Terrorzelle) begangen wurden. Bisher ist dies aber die einzige Veröffentlichung des BKA auf Facebook. „Es ist noch nicht entschieden, in welchem Umfang das BKA zukünftig soziale Netzwerke nutzen wird. Die Überlegungen dazu laufen derzeit“, so eine Sprecherin. Gerade bei diesen Straftaten sei die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung wichtig, um möglichst viele Hinweise zu erhalten.



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