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Fachleute uneins, warum Gewässer zur stinkenden Kloake wurde

Nachrichten aus der Region Merzig.

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Silwingen. Warum der Bach in der Heppengräth bei Silwingen im Frühjahr zur stinkenden, schwarzen Kloake wurde, konnten die Gutachter nicht ausmachen. Eins aber schließen Professor Jürgen Wagner und Diplom-Geologe Thomas Wittek von der GGF Grundwasser und Forschungs GmbH aus Neunkirchen als Verursacher aus: die nahe gelegene Bioerdgas- Anlage Merzig. Zu diesem Schluss kommen die beiden Experten in ihrem Gutachten, das die Bioenergie Merzig GmbH in Auftrag gegeben hat.

Die Betreiber der Anlage, ein Konsortium aus den Stadtwerken Merzig, Enovos und Eon Biogas, hatten nach eigenem Bekunden die Expertise in Auftrag gegeben, weil sie der Ursache der Verschmutzung auf den Grund gehen wollten. „Da es im Bach keinen Hinweis auf eine Fäkalienbelastung gibt, kann eine andauernde Verschmutzung durch das Überlaufen der Klärgrube im Winter ausgeschlossen werden“, sagt Helmut Roloff von der Eon-Ruhrgas in Essen auf SZ-Anfrage. Die Analysen haben nach Roloffs Worten ein großes Spektrum organischer Substanzen offenbart, die einen Eigengeruch haben. Diese Erkenntnis stelle die subjektive Aussage „Geruch“ auf eine objektive Basis, ist sich der Sprecher von Eon sicher. Am Samstag vor Ostern hatte Manfred Schwarz aus Silwingen entdeckt, dass der Bach auf 300 bis 500 Meter mit einer schwarzen, übel riechenden Brühe kontaminiert war. Seine Anzeige bei der Polizei rief wenige Tage später das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) auf den Plan.

Mitarbeiter zogen Proben an dem verunreinigten Bachabschnitt, um mit der Polizei den Verursachern der Verunreinigung auf die Spur zu kommen. Das Ergebnis ihrer Untersuchung, das Anfang August präsentiert wurde: Die Substanz, die den Bach verunreinigt hat, kommt von der nahen Bioerdgas-Anlage: fäkalienhaltiges Wasser aus einer Klärgrube. Diese Grube ist für drei bis vier Mitarbeiter ausgelegt. „In der Bauphase im Februar war jedoch mehr Personal auf der Baustelle“, hieß es aus dem LUA. Zudem sei damals wegen des harten Winters Wasser „unvorschriftsmäßig“ in die Grube eingeleitet worden, um Frostschäden zu vermeiden. „Dabei kam es zu einem Überlaufen der abflusslosen Abwassergrube.“ Dieser Behauptung widersprechen Jürgen Wagner und Thomas Wittek, die für die Bioenergie Merzig die Quelle der Verunreinigung unter die Lupe genommen haben.Ihr Argument: Die lange Zeitspanne, die zwischen dem Überlaufen der Sickergrube und dem Auftreten der Verschmutzung verstrich, schließt eine Verunreinigung durch die Abwässer aus der Sickergrube aus.

Staatsanwaltschaft prüft

Das Landesamt für Umweltund Arbeitsschutz rückt indes von seiner Sichtweise nicht ab. „Die Ergebnisse der Versickerungsversuche deuteten auf die Bioerdgas-Anlage Fitten als Verursacher hin“, sagt Sabine Schorr, Pressesprecherin im Umweltministerium, auf SZAnfrage. Die Staatsanwaltschaft sei jetzt Herrin des Verfahrens. „Wenn sie das Verfahren einstellen sollte und an das LUA abgibt, wird geprüft, ob ein Bußgeldverfahren einzuleiten ist.“ Das LUA habe dem Betreiber der Anlage vorgeschlagen, das Gutachten der Staatasnwaltschaft zur Verfügung zu stellen und – wenn gewünscht – sich zu dessen Ergebnissen zu äußern. „Wir prüfen noch“, sagt Thomas Reinhardt von der Saarbrücker Staatsanwaltschaft.

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