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Falsche Personalplanung: Viele Chefs entscheiden aus dem Bauch heraus

Saarbrücken. Zahlreiche Unternehmen riskieren ihre Zukunft, weil sie eine falsche Personalplanung betreiben. Zu diesem Ergebnis kommt eine weltweite Studie der Boston Consulting Group. Deren Senior Partner und Managing Director in Deutschland, Rainer Strack, stellte auf Einladung der Vereinigung Saarländischer Unternehmensverbände (VSU) die wichtigsten Ergebnisse vor. Befragt wurden 4700 Führungskräfte in 80 Ländern, darunter viele Personal-Vorstände. Auch solche aus Großunternehmen wie der Telekom und E.on. Es handelt sich um die bisher umfangreichste Studie zur Bedeutung qualifizierter und motivierter Mitarbeiter für die Zukunft von Unternehmen.

Die meisten planen nur ein Jahr im voraus


Alarmierendste Erkenntnis: Die wenigsten Unternehmen planen mit einem Zeithorizont von mehr als einem Jahr. Auch das Führungsverhalten stimme in vielen Chefetagen nicht: „Die Personalplanung wird viel zu kurzfristig betrieben. Aus einem Bauchgefühl heraus statt mit einer systematischen Strategie. Der Blick in die Zukunft fehlt“, so Strack. Größte Herausforderung sei, Mitarbeiter zu halten und sie gezielt zu fördern. Der Kampf um die Besten habe längst begonnen.

Selbst eine Erhöhung des Rentenalters auf 70 Jahre in Deutschland helfe nicht, den dramatischen Rückgang der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter auszugleichen. Zusätzlich zum Fachkräfte-Mangel wirkten sich Bildungsdefizite immer gravierender aus. „2025 werden wir zwar nur noch zwei Millionen Arbeitslose haben und vier Millionen offene Stellen. Bewerber werden aber nicht mehr zu den offenen Stellen passen“, prognostiziert Strack. Deshalb müsse die Bildungspolitik deutlich mehr Schülern zu erfolgreichen Abschlüssen verhelfen. Und sich viel stärker um Menschen mit Migrationshintergrund kümmern. Diese spielten auf dem Arbeitsmarkt eine immer größere Rolle.

Hier stimmte auch Karlheinz Blessing zu. „Vielen intelligenten Menschen mit Migrationshintergrund fehlt der Schulabschluss. Das muss sich ändern“, so der Vorstand und Arbeitsdirektor der Dilllinger Hütte sowie von Saarstahl.



„Stahlindustrie handelt“

Auch Hauptschüler müssten mehr für ihre Weiter-Qualifizierung tun. In den vergangenen zehn Jahren seien die Anforderungen in der Dillinger Hütte und bei Saarstahl so stark angestiegen, dass für immer weniger Hauptschüler eine Arbeit zur Verfügung stünde. Beide Unternehmen reagieren schon auf das Problem mangelnder Fachkräfte. So habe man seit 2006 in der Personalpolitik vor allem in den Jahrgängen zwischen 30 und 40 Jahren die Zahl der Mitarbeiter erhöht, um für die nächsten Jahrzehnte vorbereitet zu sein. „Damit wollen wir fortfahren. Wir denken hier langfristig“, so Blessing. Denn: „Gutes Personal wird auf allen Ebenen knapp.“



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