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Fechinger Bürger kämpfen gegen Raser

Fechingen. Die Anwohner der Heringsmühle, der Straße von Fechingen in Richtung Flughafen, können nicht mit weiteren Aktivitäten der Stadtverwaltung gegen Raser rechnen. Die Stadt hatte die Straße vor einem halben Jahr nachts zur „Tempo 30“-Zone erklärt und Geschwindigkeitskontrollen gemacht.

Mehr sei nicht drin, heißt es aus dem Rathaus. „Unsere Verkehrskontrolle hat in diesem Jahr im Bereich der Heringsmühle bereits acht Geschwindigkeitsmessungen zu unterschiedlichen Zeiten durchgeführt. Bei der letzten Kontrolle am 19. September mussten von 450 Fahrzeugen nur neun Fahrer verwarnt werden“, teilt der Bürgerreferent der Stadtverwaltung, Robert Mertes, auf  Anfrage mit. Weder bei den Kontrollen der Stadt noch denen der Polizei sei „Raserei festgestellt“ worden. Daher sei der Einsatz eines fest installierten Blitzers „nicht gerechtfertigt“. Die Stadt werde weiter „im Rahmen der Kapazitäten unangekündigt Messungen durchführen“.


Die Straße sei dort, wo Häuser stehen, „keine Unfallhäufungsstelle“. „Nach den Unfalldaten der Polizei gab es dort in den vergangenen drei Jahren keine schweren Unfälle. Alle Unfälle befanden sich im Bereich der Bagatellschäden. Überhöhte Geschwindigkeit war bei keinem der registrierten Fälle Unfallursache“, sagt Mertes. Eine generelle Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer lasse die Straßenverkehrsordnung daher nicht zu.

Keine Straßenschwellen

Straßenschwellen, wie von einigen Anwohnern angeregt, seien „nicht geeignet, um auf einer Landstraße die Geschwindigkeit zu reduzieren“. Solche Schwellen sorgen nur für eine höhere Lärmbelastung, sagt Mertes, weil Autofahrer bremsen und beschleunigen müssen. Um den Verkehr abzubremsen, habe die Stadt daher vor einigen Jahren eine „Querungshilfe“ gebaut.

Die Anwohner sind damit nicht zufrieden. Das Messprotokoll zu den Geschwindigkeitskontrollen, das ihm das Ordnungsamt vorgelegt habe, sei „laienhaft“, sagt etwa Willibrord Koch. Das nächtliche „Tempo 30“ werde „von den Verkehrsteilnehmern entweder nicht wahrgenommen oder schlichtweg ignoriert“, schreibt Hans-Jürgen Otto an Oberbürgermeisterin Charlotte Britz. Er fordert sie im Namen der Anwohner auf, zu handeln, bevor Menschen zu Schaden kommen. Auch Birgit Lanigra hat an Britz geschrieben. „Ich habe jeden Tag mein Enkelkind zum Mittagsschlaf. Damit ich seinen Schlaf überwachen kann habe ich im Wohnzimmer das Babyfon an“, erzählt sie.

Es gibt aber nicht nur Kritik, sondern auch nette Worte für Britz. „Mit Freude haben wir dankenswerterweise die Erneuerungsarbeiten zur Kenntnis genommen, die für alle doch sehr überraschend eingeleitet und vor allen Dingen in einer mir vorher nicht bekannten Arbeitsgeschwindigkeit durchgeführt wurden“, schreibt Hans- Jürgen Otto ins Rathaus, nachdem vergangene Woche mit der Erneuerung des Straßenbelags begonnen wurde. Die Anwohner der Heringsmühle wollen jedenfalls nicht lockerlassen.

© WhatsBroadcast
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