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Feiern mit gemischten Gefühlen: Umfrage zum Thema "Fühlen Sie sich sicher an Fastnacht?"

Fröhliches Treiben auf dem Premabüba 2015.

Fröhliches Treiben auf dem Premabüba 2015.

Die Stimmungslage vor allem bei den Frauen schwankt zwischen Gelassenheit und Unsicherheit, wie eine Umfrage der Saarbrücker Zeitung ergab. „Ich fühle mich sicher“, betont Melanie Tesfai. Die 39-jährige Inhaberin einer Boutique in der Dillinger Fußgängerzone weiß zwar, dass überall „etwas passieren“ kann, deswegen dürfe man nicht gleich in Angst verfallen. „Da mache ich mir gar keine Gedanken“, gibt sich auch Astrid Kiefer aus Saarwellingen gelassen. Die Gefahr sei zwar latent da, aber „da müsste ich ja gleich ganz zu Hause bleiben.“ Lieber geht sie auch in diesem Jahr wieder auf den Saarbrücker Pre-Ma-Büba.

Die Italienerin Emanuela Trovato lebt seit zehn Jahren in Dillingen, wo sie gerade mit Freundin Valentina Scquizzato Faschingskostüme für ihre vier Kinder gekauft hat. Fastnacht sei „halt ähnfach scheen“, man müsse schließlich weiterleben, so sehr ihr die schrecklichen Ereignisse von Paris leidtun.

Bei den Silvester-Vorfällen in Köln dabei war die Tochter von Karin Ziegler. „Sie war zwar persönlich nicht betroffen, kam aber heulend nach Hause“, sagt die Dillingerin. Nach diesen Erlebnissen würde sie ihre Tochter „ohne Pfefferspray allein nicht mehr aus dem Haus lassen.“ Sie fühle sich selbst inzwischen in ganz Deutschland unsicher, sagt Karin Ziegler, während sie sich ebenfalls nach Pfefferspray umschaut.

„Absolut sicher“ fühlt sich dagegen Christopher Klein, der zur Altweiberfastnacht nach Köln fahren will. Der junge Saarlouiser hat dort vier Jahre gelebt, feiert die Kölner Fastnacht mit Freunden zusammen. So wie er vertraut auch die 18-jährige Ann-Kathrin Herrmann der Polizei und den Behörden. Zwar habe sie ein etwas unsicheres Gefühl, Angst aber eher vor Terroranschlägen als vor Übergriffen. Da könnten die Behörden eher etwas machen als bei Bombenanschlägen, meint die junge Saarlouiserin. Man müsse halt generell aufpassen, dürfe nicht pauschal die Flüchtlinge verurteilen.

Keine Befürchtungen, dass „hier in der Gegend etwas passiert“, hat Claudia Galambus aus Schwalbach, „eher in großen Städten“. Als Frau habe sie zwar manchmal ein mulmiges Gefühl, aber aktuell keine besonderen Ängste. „Im Saarland passiert sowieso nicht so viel“, meinen auch Denis Carstensen und Thorsten Brück. Als Männer fühlen sie sich ohnehin „ganz sicher“, haben weder Ängste noch Besorgnisse.

Anders dagegen die beiden Freundinnen Julia und Mara, die ihren Familiennamen nicht nennen wollen. Sie fühlen sich „momentan gar nicht sicher, definitiv wegen der Übergriffe auf Frauen in Köln“. In einem Saarlouiser Geschäft haben sie sich nach Pfefferspray umgesehen, um ein Gefühl von mehr Sicherheit zu bekommen. Doch das ist ausverkauft, das alternativ angebotene Messer zur Selbstverteidigung ist ihnen „ein Schritt zu weit“. So hoffen sie, erst gar nicht in eine gefährliche Situation zu kommen.

Die Unsicherheit etlicher Befragter wird auch indirekt deutlich. Mehr als bei den anderen SZ-Umfragen wollen diesmal nicht mit Foto in der Zeitung erscheinen. Zwei junge Frauen wollen sich sogar überhaupt nicht äußern. „Bei anderen Fragen gerne, aber nicht zu dem Thema“, so lautet ihr Statement, wird ihre Gefühlslage zwischen Unsicherheit und Angst spürbar.  

© WhatsBroadcast
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