A8 Saarlouis Richtung Luxemburg AS Merzig-Schwemlingen Anschlussstelle gesperrt, Fahrbahnerneuerung, Dauer: 24.04.2018 09:00 Uhr bis 22.05.2018 16:00 Uhr , parallel hierzu erfolgt die Sanierung und auch Sperrung der L 170 / B51 zwischen Ballern/Schwemlingen und Besseringen. Umleitungen sind über die AS Merzig ausgeschildert. Besonderer Hinweis: am Freitag, den 27.04.2018 findet ab 09:00 Uhr im Stadtgebiet Merzig eine Sportveranstaltung statt. Es ist an diesem Tag mit erheblichen Behinderungen auf der Umleitungsstrecke zu rechnen. (24.04.2018, 06:36)

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Fettleber durch zu viel Kohlenhydrate

Herr Professor Worm, Sie sprechen im Zusammenhang mit der Fettleber von einer Volkskrankheit. Ist das nicht ein bisschen aufgebauscht?

Nicolai Worm: Nein – leider! Etwa 70 Prozent der erwachsenen Übergewichtigen haben eine Fettleber. Bei übergewichtigen Kindern sind es schon 30 Prozent. Und 70 bis 90 Prozent der Diabetiker haben eine Fettleber. Diese Zahlen sind alarmierend! Aber kaum jemand weiß von seiner Fettleber.

Also ist nicht jeder Dicke betroffen, dafür kann die Leber auch bei Schlanken verfetten, von denen es 15 Prozent trifft. Wie kommt das?

Worm: Das Problem beginnt, wenn überschüssige Kalorien nicht wie üblich als Energiereserve ins Fettgewebe eingelagert werden können, etwa weil die Fettzellen dies genetisch bedingt nicht schaffen oder wenn sie schlecht mit Blut und Nervenzellen versorgt sind und sich entzünden. Der Körper muss sich dann andere Orte suchen, um den Energieüberschuss einzulagern, und da kommen vor allem die Leberzellen in Frage. Werden hier zu viele Fetttröpfchen eingebaut, stört es die Organfunktionen, denn sie gehören hier nicht hin.

Ist die Leber das einzige Organ, das im Fett versinkt?

Worm: Die Leber ist als Erste betroffen. Aber mit der Zeit wandern Fette auch in die Bauchspeicheldrüse, ins Herz und die Nieren und sogar in die Knochen und ins Gehirn. Und das kann auch einen äußerlich schlanken Menschen treffen.

Eine verfettete Leber oder Bauchspeicheldrüse tut nicht weh. Warum sind sie trotzdem eine Gefahr für die Gesundheit?

Worm: Das Fett, das in diesen Organen gar nicht vorgesehen ist, schüttet viele Gewebshormone aus. Es kommt zu Entzündungen, und die normalen Funktionen der Organe werden beeinträchtigt. Mit der Zeit entwickeln sich die typischen Zivilisationskrankheiten, allen voran der Diabetes, aber auch Herz- und Gefäßerkrankungen und sogar Störungen des Zentralnervensystems.

Wie kann man erkennen, ob die inneren Organe verfettet sind?

Worm: Genau erkennen kann man die Verfettung der Organe durch Kernspin-Aufnahmen. Aber die sind sehr teuer. Am einfachsten ist es per Ultraschall in der ärztlichen Praxis. Diese Untersuchung ist zwar recht ungenau. Doch wenn man zusätzlich zur Ultraschalldiagnose noch ein paar einfache Messwerte heranzieht, wird es schon genauer. Die benötigten Messwerte sind der BMI, der Taillenumfang, die Gamma-GT, ein Leberenzym, und der Blutfettspiegel, also die Triglyzeride. Daraus lässt sich der sogenannte „Fatty Liver Index“, der Fettleber-Index berechnen. Liegt er über 60, ist die Wahrscheinlichkeit eine Fettleber zu haben, sehr hoch.

Was lässt sich dagegen tun? Gibt es wirksame Medikamente?

Worm: Bis heute existiert keine anerkannte, wirksame medikamentöse Therapie. Das heißt, es bleibt nur die Änderung des Lebensstils. Das Wichtigste: Mehr körperliche Aktivität und weniger Kalorien essen, als man braucht! Dann entfetten die Organe mit der Zeit. Das Gute ist, dass die Entfettung der Organe schneller funktioniert als der Fettabbau in den Fettzellen. Das heißt, man kann relativ schnell wieder normale Organfunktion erreichen, ohne dass man alle überschüssigen Pfunde abspecken müsste.

Die meisten Diäten sind langfristig recht wirkungslos. Sie haben ein Ernährungskonzept zur gezielten Leberentfettung entwickelt. Wie funktioniert das?

Worm: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Am schnellsten und effektivsten gelingt die Entfettung der Leber und anderer Organe durch eine Magen-Operation, nach der die Patienten nur noch etwa 700 bis 900 Kilokalorien pro Tag konsumieren können. Einen vergleichbaren Erfolg hat man mit Formula-Diäten, also Pulverdiäten zum Anrühren erzielt. Damit kann man ebenfalls relativ einfach die Kalorienzufuhr auf 700, 800 oder 900 Kilokalorien pro Tag herunterschrauben. Für mein „Leberfasten nach Dr. Worm“ habe ich eine spezielle Formula-Diät zur Behandlung von Fettlebererkrankungen und Fettstoffwechselstörungen entwickelt. Dieses diätetische Lebensmittel, es heißt „Hepafast“, enthält nur sehr wenige Kohlenhydrate, dafür ausreichend hochwertiges Eiweiß und die richtigen Fette. Außerdem sind zahlreiche für die Leberentfettung hilfreiche Substanzen enthalten, wie das Beta-Glukan aus Haferkleie und Cholin, außerdem viele weitere, nachweislich leberwirksame Inhaltsstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Inulin, L-Carnitin und Taurin. Mit diesem „Leberfasten“-Konzept lassen sich selbst für Mediziner beeindruckende Ergebnisse erzielen. Nach wenigen Tagen ist bei vielen Diabetikern der Nüchtern-Blutzucker wieder in Ordnung und nach zwei Wochen benötigen viele gar keine oder deutlich weniger Medikamente als vorher. Das „Leberfasten“ ist also eine echte Alternative zur Magen-OP, insbesondere für Menschen mit Diabetes und seinen Vorstufen.

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