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Fitness statt Jura: Nischenfächer mit Zukunft

Studieren mit Hanteln und Turnschuhen? Im Studiengang Fitnesstraining an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken ist das möglich.

Studieren mit Hanteln und Turnschuhen? Im Studiengang Fitnesstraining an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken ist das möglich.

Wer sich abseits des traditionellen Angebots an Saarlands Hochschulen umschaut, merkt schnell, dass sich hinter den teils kuriosen Bezeichnungen mancher Studiengänge ernsthafte Wissenschaft mit sehr guten Berufsaussichten verbirgt.

Wenn Jannik Pfeifer aus Schiffweiler in seinen Seminaren an der Uni sitzt, dann lernt er etwas über Kryptografie, Algorithmen und darüber, wie digitale Bedrohungen aus dem Internet am effektivsten abgewehrt werden können. Der 20-Jährige studiert im dritten Semester Cybersicherheit an der Saar-Uni und ist mit seiner Studienwahl sehr zufrieden. „Um das Fach zu studieren, muss man nicht das klassische Hackerklischee erfüllen, man sollte nur fit in Mathe sein“, sagt der Student. Angesichts vermehrter Cyberattacken auf Firmen und Privatpersonen muss er sich keine beruflichen Sorgen machen. „Der Bedarf an Experten wird in den kommenden Jahren noch zunehmen“, sagt sein Dozent Sven Bugiel, der unter anderem das Seminar „Hacking“ betreut.
 

Absolventen weltweit gefragt

Ganz ähnlich sieht es im Bereich der Computerlinguistik aus. Der Studiengang der Saar-Uni erforscht die Verarbeitung menschlicher Sprache. Hier werden die Menschen ausgebildet, die später Sprachassistenz-Systeme wie Apples Siri oder Microsofts Cortana das Sprechen lehren. Studienberater Stefan Thater schätzt die Berufsaussichten der Absolventen als gut bis sehr gut ein. „Die Saarbrücker Computerlinguistik-Abschlüsse sind weltweit sehr angesehen“, sagt er. Als mögliche spätere Arbeitgeber nennt Thater Google, Amazon und andere Firmen, die Spracherkennungs-Software herstellen. Wer das Fach studieren will, sollte sich allerdings nicht nur für Sprache interessieren, sondern auch gute Mathekenntnisse mitbringen.

„Zum Glück hat HoK nicht wirklich viel mit Mathe zu tun“, findet Kathrin Gärtner, Studentin der Historisch orientierten Kulturwissenschaften (HoK) an der Saar-Uni. Das Studium, das in den modernen Kultur- und Medienbetrieb einführen soll, zeichnet sich vor allem durch seine Vielfältigkeit aus. Hier können Studenten aus historischen, philosophischen, musik- und kunstwissenschaftlichen, geographischen, theologischen, sprach- und literaturwissenschaftlichen und sogar archäologischen Disziplinen auswählen und ihren Stundenplan individuell zusammenstellen. Die Berufsaussichten sind dementsprechend breit gefächert: von Jobs in der Medienbranche über Marketing bis hin zu Kulturtourismus ist alles möglich. Als Studentin der Geisteswissenschaften weiß Gärtner, dass ohne Berufserfahrung hier kaum etwas geht. Deshalb versucht sie so früh wie möglich, sich durch Praktika in eine bestimmte Richtung zu spezialisieren.

Praxisorientiert ist auch der Studiengang „Aviation Business and Piloting – Technik und Wirtschaft in der Luftfahrt “ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Hier büffeln Studenten nicht nur für BWL- und Technikthemen, sondern werden in dem praxisorientierten Bachelorstudiengang auch zum Verkehrsflugzeugführer ausgebildet. Das Studium, das den Traum vom Fliegen ermöglichen soll, ist aber nicht umsonst zu haben. Rund 70 000 Euro kostet die Ausbildung an der Flugschule, die auch eine Praxisphase in den USA vorsieht. Entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten würden auch von den jeweiligen Flugschulen angeboten, so der zuständige Professor Joachim Klein. Er schätzt die Berufsaussichten aufgrund des Wachstums im weltweiten Flugverkehr als gut ein. „Unsere Absolventen fliegen zum Beispiel für Condor, DHL , Luxair und Tuifly.“

Ganz andere Spezialisten bildet die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) in Saarbrücken aus. Hier tragen die Studierenden auch schon mal Turnschuhe, denn an der Privathochschule werden unter anderem Fächer wie Sportökonomie und Fitnesstraining angeboten. Bei den Bachelor-Studiengängen handelt es sich um duale Studiengänge. „Die Studenten sind somit schon im Studium fest angestellte Mitarbeiter in einem Unternehmen“, sagt der Leiter der Unternehmenskommunikation, Gerd Maurer. „Dadurch haben sie sehr gute Aussichten, nach dem Studium übernommen zu werden.“
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