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Flammen-Inferno in Sulzbach: Millionenschaden bei Hydac

Die riesige Rauchsäule zog über die Stadt Sulzbach hinweg, wie die Aufnahme von SZ-Leserreporter Werner Ganz (links) zeigt. Die Feuerwehr kämpfte auch mit Drehleitern gegen die Flammen.

Die riesige Rauchsäule zog über die Stadt Sulzbach hinweg, wie die Aufnahme von SZ-Leserreporter Werner Ganz (links) zeigt. Die Feuerwehr kämpfte auch mit Drehleitern gegen die Flammen.

Fassungslosigkeit, tiefe Bestürzung und Menschen, die ihren Tränen freien Lauf lassen: Was sich am Dienstagnachmittag rund um das Industriegebiet in Sulzbach-Neuweiler abspielte, ist kaum in Worte zu fassen. Die vielen Mitarbeiter des Weltunternehmens Hydac mussten mit ansehen, wie eine riesige Produktionshalle und ein Verwaltungstrakt Opfer eines infernalischen Feuers wurden. Unvorstellbare, im weiten Umkreis nie gesehene schwarze Rauchschwaden, die bis nach Saarbrücken, sogar bis nach Saarlouis zu sehen waren, waberten über der Stadt und schoben sich später Richtung Friedrichsthal. Die Bevölkerung wurde dazu aufgerufen, Fenster und Türen zu schließen, weil zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, was an Chemikalien in der Luft lag.

Siegbert Mörschel, der Einsatzleiter der Polizei vor Ort, erklärte, dass der Großbrand kurz vor 15 Uhr ausgebrochen sei. Die Brandursache war bis Redaktionsschluss unklar, Experten des Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken waren da noch zugange. Die Polizei ließ so schnell wie möglich das gesamte Industriegebiet räumen und trieb auch etliche Schaulustige zurück, die das Geschehen aus nächster Nähe beobachten wollten. Zeitweise kam es auch auf der am Industriegebiet vorbeiführenden Landstraße 126 zum Stau, weil alle Blicke in Richtung der massiven Rauchschwaden gingen. Im Internet war rasch die Rede von einer gewaltigen Explosion. Der Polizei-Einsatzleiter jedoch sprach gegenüber der SZ von einer Verpuffung, die allerdings so gewaltig war, dass sie das Dach der Produktionshalle hochzudrücken vermochte. In Brand gerieten laut Polizei vor allem in einem Gebäudetrakt gelagerte Gummiteile, Holz und Farben. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus dem gesamten Sulzbach- und Fischbachtal, aus einigen Saarbrücker Stadtteilen, aus St. Ingbert, Homburg und Kirkel. Außerdem im Einsatz waren das Technische Hilfswerk und das Rote Kreuz.


Der Pressesprecher der Hydac will sich erst am Mittwoch zum Ausmaß der Brandkatastrophe äußern. Derweil berichtete die Polizei am Abend, dass drei Menschen durch Rauchgase leicht verletzt worden seien. Mehr als 250 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Einige von ihnen hielten auch noch Brandwache bis in die frühen Morgenstunden. Auf eine Schadenshöhe wollte sich Feuerwehr-Einsatzleiter Tony Bender am Dienstagabend nicht festlegen. Klar sei aber, dass ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sei. Dies bestätigte auch die Polizei . Was indes die schwarzen Rauchschwaden angeht, so betonte Bender, dass es ,,messtechnisch keine Hinweise“ auf eine Gefährdung der Bevölkerung gebe.

Die Firma Hydac mit Stammsitz in Sulzbach ist mit ihren mehr als 6000 Mitarbeitern, 45 Auslandsgesellschaften und über 500 Vertriebs- und Service-Partnern rund um den Globus tätig. Bekannt ist das Unternehmen vor allem für sein Know-how in Fluidtechnik , Hydraulik und Elektronik. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ( SPD ) machte sich am Dienstag vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung. „Ich hoffe sehr, dass die Brandkatastrophe den Geschäftsbetrieb nicht auf längere Zeit beeinträchtigt“, teilte sie mit. Sie bot die Unterstützung ihres Ministeriums an.

© WhatsBroadcast
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