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„Forbach darf kein Schandfleck werden“

Laurent Kalinowski  (hier bei einer Veranstaltung im Jahr 2010) warnt die Wähler in Forbach davor, den rechtsextremisten Philippot und seine Partei Front National zu wählen.

Laurent Kalinowski (hier bei einer Veranstaltung im Jahr 2010) warnt die Wähler in Forbach davor, den rechtsextremisten Philippot und seine Partei Front National zu wählen.

Der Festsaal in Forbach platzte am Donnerstagabend aus allen Nähten, als der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) auf der Bühne das Wort ergriff. In seiner Rede auf Französisch wünschte er sich auch in seiner Funktion als Kultusminister, das Festival Perspectives zusammen mit Kalinowski – „unter Freunden“ – eröffnen zu können. Mit dem Auftritt des nächsten Redners war den Forbacher Sozialisten ein richtiger Coup gelungen. Der am vergangenen Sonntag wiedergewählte Bürgermeister von Saargemünd, Céleste Lett, gehört einem anderen politischen Lager an. Nämlich der UMP, deren eigener Kandidat Alexandre Cassaro in Forbach nicht zugunsten des bessser platzierten Kalinowski den Kampf um das Rathaus aufgeben will. Auf nationaler Ebene gab es von Parteichef Jean-François Copé keine Wahlempfehlung und keine Bitte an den eigenen Kandidaten, sich zurückzuziehen, um einen Sieg des FN zu verhindern. „Dass ich heute Abend hier bin, das würde denen in Paris nicht so gut gefallen“, scherzte Lett. Doch die Interessen der Region waren ihm wichtiger. Mit Kalinowski kommt er gut aus. Gerade arbeiten sie daran, die medizinische Versorgung beider Städte zu bündeln. Philippot als Mitstreiter will er nicht. „Er versteht unsere Sprache nicht, die Sprache Europas“, so der Saargemünder, bevor er seine Rede auf Platt beendete. Wieder eine Sprache, die Philippot nicht geläufig ist.

Mit der lokalen Verankerung und der guten Zusammenarbeit mit den Nachbarn argumentierte auch Kalinowski bei dieser letzten Wahlkampfveranstaltung. „Wir wollen mit allen Akteuren dieses Territoriums weiterhin erfolgreich arbeiten“, so der Kandidat. Mit dem FN an der Macht drohe Forbach die Abschottung. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Forbach zum Experimentierlabor der Familie Le Pen und zum Schandfleck auf der Frankreich-Karte wird“, mahnte Kalinowski. Tosender Applaus: Ein solcher emotionaler Appell zieht beim Publikum. „Seit ein paar Wochen gucken allen Medien auf Forbach“, erzählt Dominique Pirrera, der mit seiner Gefährtin Sonja Liebgott gekommen ist. „Am Sonntag werden wir ganz Frankreich zeigen, wie wir Philippot nach Hause schicken, nach Paris“, ist der Forbacher zuversichtlich. Auch für die deutsche Susanne Kasztantowicz, Studentin und Juso-Mitglied, soll ein Sieg des FN verhindert „und damit ein starkes Signal Richtung Europawahl gesetzt werden“.

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