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Fotos: Regionalliga-Derby zwischen Homburg und Saarbrücken endet 0:0

Spielszene aus dem zweiten Saar-Derby an diesem Wochenende.

Spielszene aus dem zweiten Saar-Derby an diesem Wochenende.

Das große Saarderby zwischen dem FC Homburg und dem 1. FC Saarbrücken am Samstag bot fast alles, was ein solches Duell zweier Erzrivalen verspricht. Lediglich die Tore fehlten beim 0:0 der Fußball-Regionalligisten. Dabei hätte das Spiel angesichts der Chancen auch leicht 2:2 oder höher enden können (siehe nebenstehenden Artikel). Stattdessen bekamen die 5828 Zuschauer im Homburger Waldstadion vor allem jenen derbytypischen Kampffußball geboten, den die Fans in einem solchen Spiel von ihren Teams auch erwarten.
 

Emotionen und Leidenschaft

Vor allem auf Seiten des FCH, der noch vor einer Woche bei der 1:3-Niederlage in Elversberg jenen Kampfeswillen weitgehend vermissen ließ, konnten Verein und Fans mit der Punkteteilung gegen die favorisierten Gäste aus der Landeshauptstadt gut leben. „Da war Leidenschaft und Wille im Spiel. Wir haben alle Zweikämpfe mit 100 Prozent geführt. Ich bin mit der Leistung sehr zufrieden“, sagte FCH-Trainer Jens Kiefer. „Emotionen, Zweikämpfe, Laufbereitschaft – es war alles vorhanden, was Fußball ausmacht“, resümierte der Homburger Mittelfeldspieler Nils Fischer, der noch in der vorletzten Saison beim FCS kickte. Und weiter: „Wir haben ein gutes Spiel gegen ein Spitzenteam gemacht. Das Unentschieden geht in Ordnung.“ Fischers Nebenmann Steven Kröner sah das etwas anders: „Ich hätte mir von Saarbrücken mehr erwartet. Wir waren in allen Belangen überlegen und hätten einen Sieg verdient gehabt.“ Dennoch war die Partie ganz nach dem Geschmack des Akteurs: „Kampfspiele sind geil.“

Große fußballerische Klasse ist in einem solchen Derby selten zu erwarten und wurde auch am Samstag bestenfalls in homöopathischen Dosen geboten. Zeigten die Grün-Weißen doch einmal spielerische Kunst in ihrem Offensivspiel, war zumeist Murat Bildirici beteiligt. Der Außenbahnspieler, der etwas überraschend Tim Stegerer in der Startelf ersetzte, stach heraus. Mit seinen Dribblings über links brachte er seine Gegenspieler ein ums andere Mal in Verlegenheit. „Ich habe heute zum zweiten Mal von Anfang an gespielt und zum zweiten Mal ein gutes Spiel gemacht. Mal schauen, was der Trainer sagt“, meinte der Dribbler. Dass Bildirici zum Teil auch lange Wege nach hinten ging, dürfte seinem Trainer, der zuvor nicht immer mit dem Defensivverhalten des Spielers einverstanden war, gefallen haben. Kiefer blieb gewohnt lakonisch, sagte nur: „Murat hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht.“



Wie eigentlich jedes Saarderby wurde auch diese Partie von Rauchbomben und Böllern aus den Fanblöcken begleitet. Tiefpunkt war ein Fackelwurf aus dem Homburger Block, der den Linienrichter nur knapp verfehlte und für eine Spielunterbrechung sorgte (15. Minute). „Die Polizei hat den Werfer ermittelt. Wir werden Anzeige erstatten und die zu erwartende Strafe weitergeben“, kündigte FCH-Geschäftsführer Rafael Kowollik an. Bleibt abzuwarten, wie die Sache juristisch ausgeht: Der Werfer war gerade mal 15 Jahre alt. „Beide Mannschaften haben alles gegeben“, sagte Falko Götz , der Trainer des 1. FC Saarbrücken , unmittelbar nach Abpfiff des torlosen Unentschiedens im Regionalliga-Derby beim FC Homburg : „Da muss man auch mal mit einem Punkt leben.“ Auf den Punkt brachte der 53-Jährige erst später, dass er mit seiner Mannschaft und vor allem mit der aktuellen Situation bei sechs Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Elversberg mehr als unzufrieden ist: „Wir haben viele Ideen, die wir aber zur Zeit nicht umsetzen können. Wir haben noch ein paar Spiele, dann wird es eine Analyse geben. Dann wissen wir, ob wir voll angreifen oder ob es doch mit diesem Kader reicht. Unsere Scouts sind unterwegs, die schauen, wo wir uns verstärken können.“

Götz hat im Sommer den Kader von seinem Vorgänger Fuat Kilic übernommen, durfte mit Filip Luksik, David Puclin und Solomon Okoronkwo nur leicht nachsteuern. Stürmer Okoronkwo aber war in Homburg ein Totalausfall, Verteidiger Luksik dagegen stabil, und Mittelfeldspieler Puclin wurde nach einer starken Anfangsphase auf der Außenbahn von seinen Mitspielern schlicht vergessen. So scheiterte Puclin nach kaum 60 Sekunden am guten FCH-Torwart Florian Fromlowitz, der auch einen Kopfball vom sehr bemühten Matthew Taylor über die Latte lenkte (20. Minute).
 

Meyer überzeugt

Danach nahm auch Homburgs Offensive den Spielbetrieb auf. Ein Schuss von Kai Hesse verfehlte noch knapp das Tor (28.), ein Kopfball von Emil Noll (35.) wäre drin gewesen, doch Lukas Kiefer rettete auf der Linie. Auch nach der Pause waren die Grün-Weißen dem Führungstreffer zunächst näher: Nach einem Querpass von Hesse schauten gleich fünf Saarbrücker reaktionslos so lange dem Ball nach, bis ihn Steven Kröner aus kurzer Distanz über das Tor schoss (52.).

Saarbrückens größte Chance auf das Siegtor bereitete der Ex-Saarbrücker Nils Fischer vor. Seinen Fehlpass nahm Taylor auf, er lupfte den Ball über Fromlowitz, aber auch am Tor vorbei (59.). Die letzte Großchance des Spiels hatte Homburg . Der Freistoß-Lupfer von Andreas Gäbler in den Lauf von Emil Noll war sehens-, die Reaktion von FCS-Torwart David Hohs aber nicht minder bemerkenswert (87.).

Richtig überzeugend war der Einsatz von FCS-Nachwuchsstürmer Jens Meyer. Von Götz eine Viertelstunde vor Schluss ins Spiel geworfen, hatte der 19-jährige Lebacher selbst eine gute Schussmöglichkeit, bereitete eine weitere für Taylor klasse vor. „Ich bin noch total beeindruckt, dass ich hier mitspielen durfte“, sagte der Saarländer nach seiner Derby-Premiere: „Ich hoffe, ich habe dem Trainer gezeigt, dass er mich bringen kann.“ Meyer gehört beim FCS die Zukunft, über die sich einige seiner Kollegen spätestens seit Samstag ernsthafte Gedanken machen müssen.  

© WhatsBroadcast
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