L323 zwischen Abzweig nach Bergweiler und Einfahrt A1, Tholey-Hasborn in beiden Richtungen Gefahr durch umgestürzte Bäume, vorübergehend gesperrt, bis 10.12.2018 ca. 12:00 Uhr Bis auf weiteres wegen Windbruchgefahr gesperrt, Begutachtung der Bäume am 10.12. (09.12.2018, 03:45)

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Freibad Sulzbach schließt für immer

Sulzbach. Viele haben es geahnt, einige dagegen gekämpft, jetzt ist es Gewissheit: Das Freibad Sulzbach bleibt für immer geschlossen. Die Becken sollen entfernt, das Gelände renaturiert werden. Nach Informationen der Saarbrücker Zeitung wurde dieser Entschluss vom Aufsichtsrat der Kommunalen Dienstleistungsgesellschaft (KDI) als Bäderbetreiber in dieser Woche einstimmig gefasst. „Der Aufsichtsrat hat sich mit dem Thema beschäftigt“, bestätigt KDI-Geschäftsführer Karlheinz Christmann, „über die Inhalte der nicht-öffentlichen Sitzung kann ich aber keine Angaben machen. Die letztendliche Entscheidung über die Zukunft des Sulzbacher Freibades trifft ohnehin der Stadtrat.“

Der trifft sich am kommenden Donnerstag zur nächsten Sitzung. Auf der Tagesordnung von Bürgermeister Michael Adam (CDU) – er ist gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der KDI – steht als Punkt vier im nicht-öffentlichen Teil „Folgenutzung des ehemaligen Freibades Sulzbach“. Doch auch der Verwaltungschef verweist auf die Vertraulichkeit des Aufsichtsratstreffens, sagt aber dann: „Ich möchte der Entscheidung des Rates nicht vorgreifen. Aber der derzeitige Zustand ist nicht tragbar. Man kann das Schwimmbad nicht einfach weiter vergammeln lassen.“



Die Freizeiteinrichtung ist seit langem ein Politikum. 2001 stritten im Wahlkampf Stadtwerke-Chef Bernd Rose (CDU) und Bürgermeister Zimmer (SPD) über die Erhaltungswürdigkeit von Festhalle oder Bad.  2005 gab es ein Gutachten des Bäderfachverbands öffentliche Bäder, das im Auftrag der Stadtwerke erstellt wurde und der SZ vorliegt. Anders übrigens als vielen Stadtratsmitgliedern bis heute. „Wir wussten von diesem Gutachten nichts“, betont Dietmar Holzapfel von den Freien Wählern, und auch Marlies Krämer (Die Linke) erklärt: „Ich weiß, dass es das Gutachten gibt, kenne aber seinen Inhalt nicht.“ Somit entzog sich auch der Kenntnis vieler Ratsmitglieder, dass schon damals die Sanierungs- und Modernisierungskosten auf 4,8 bis 5 Millionen Euro beziffert wurden. Den Vorwurf, die Verantwortlichen hätten das Bad sehenden Auges verfallen lassen, gibt Bürgermeister Adam weiter: „Da müssen Sie meinen Vorgänger fragen.“

2009 wurde die vorläufige Schließung des Bades wegen technischer Mängel angeordnet. Seit dieser Woche gehört das Bad wohl endgültig der Sulzbacher Geschichte an. Echte Finanzierungsvorschläge kamen in der Vergangenheit aus keiner der Ratsfraktionen. Auch bei den Gesprächen zum städtischen Haushalt 2011 sah sich die Mehrheit außer Stande, einen Kredit für die Instandsetzung und Wettbewerbsfähigkeit des Freibades aufzunehmen. Damals stand eine Zahl zwischen drei und sieben Millionen Euro im Raum.

Besonders verwunderlich ist die angebliche Einstimmigkeit des Beschlusses. Denn in der Vergangenheit hat sich besonders Marlies Krämer stets vehement für eine Wiedereröffnung des Bades ausgesprochen. Sie hat als Vertreterin ihrer Partei-Kollegin Karin Graul an der KDI-Aufsichtsratssitzung teilgenommen. „Ich werde keine Interna nach außen tragen“, betont Krämer, „nur gegen leere Kassen kämpfen auch Götter vergebens.“ Einen Kampf, den nun auch das Bad verloren hat.

© WhatsBroadcast
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