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Frühling: Regeln der Natur im Saarland außer Kraft

Im normalen Winter stockt das Wachstum des im Herbst des Vorjahres ausgesäten Getreides wie Weizen, Raps und Gerste mit den ersten Bodenfrösten im November. Die kleinen Pflanzen legen sozusagen eine Ruhepause ein. Auch beim Gras wird die Vegetation unterbrochen. Im günstigen Fall bewahrt der Schnee die Pflänzchen des Wintergetreides vor größeren Frostschäden. Mit den ersten Sonnenstrahlen und der Erwärmung des Bodens setzen alle Pflanzen ihren Wuchs fort.

Der ungewöhnlich warme Winter mit nur drei kalten Frostnächten hat jedoch diesmal die gesetzt: Weizen, Gerste und Raps wuchsen wegen milder Temperaturen vom November bis in den März hinein fast ungehindert weiter. Welche Folgen hat der Totalausfall der kalten Jahreszeit für die Landwirte in der Region?
Bauer Christian Altmeyer betreibt mit seinem Vater Konrad und seinem Kollegen Karl-Josef Brück in Obersalbach den landwirtschaftlichen Betrieb Brück/Altmeyer mit den Schwerpunkten Milchproduktion und Ackerbau. In den Ställen stehen 125 Milchkühe und 130 Milchrinder. Bewirtschaftet werden 295 Hektar Acker- und Grünland. Im vorigen Spätsommer und im Herbst haben die drei Landwirte Winterraps, -gerste, -triticale (Kreuzung zwischen Weizen und Roggen) und -weizen ausgesät.

Christian Altmeyer schildert, dass es noch zu früh sei, um eine sichere Ertrags-Prognose zu stellen, sieht aber auch positive Faktoren: „Wir können noch nicht wissen, ob der milde Winter negative Auswirkungen auf die Ernte haben wird, da nicht nur die Temperaturen in den Wintermonaten für das Gedeihen der Pflanzen wichtig sind. Auch die Menge der Niederschläge beeinflusst die Entwicklung der Pflanzen – Regen hatten wir schließlich reichlich im Saarland.“
Der Bauer verweist darauf, dass sich die Pflanzen diesmal einige Wochen früher wieder im Grün zeigen als in den Vorjahren. Er sagt: „Man sieht es gut in den Wiesen, wo fast kaum noch blasse Stellen im Gras zu erkennen sind.“

So habe der frostarme Winter das Pflanzen-Wachstum zwar einerseits gefördert, andererseits aber dem Untergrund geschadet: Frost sorgt für eine bessere Krümelstruktur des Erdreichs und daher auch für eine leichtere Bearbeitung des Bodens zum Beispiel bei der Aussaat von Mais, erklärt Christian Altmeyer. Er ist aber zuversichtlich, dass keine eiskalten Nächte mehr kommen, die den Sprösslingen des Getreides jetzt schaden könnten. Eine mehrtägige Frostperiode mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt im laufenden Monat oder gar noch im April wäre nämlich fatal für die Pflanzen.
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