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Fünftes Grundschuljahr: Elternvertretungen dagegen

Saarbrücken. Die Landeselternvertretungen der diversen Schulformen im Saarland lehnen das von der Jamaika-Koalition geplante fünfte Grundschuljahr unisono ab. Zum Teil diametral entgegengesetzte Auffassungen vertreten sie indes in der Frage der künftigen Schulstruktur. Während die Landeselternvertretung (LEV) der Erweiterten Realschulen (ERS) die von Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) geplante Fusion ihrer Schulform mit den Gesamtschulen zur Gemeinschaftsschule strikt ablehnt, gehen der LEV Gesamtschulen diese Pläne nicht weit genug. Sie will nicht nur die Erweiterten Realschulen, sondern auch gleich die Gymnasien auflösen und sie mit den Gesamtschulen zur "Neuen Schule für alle" fusionieren.

Ablehnung bei Elternvertretungen aus Gymnasien und Grundschulen

Nachdem bereits in der Vergangenheit die LEV Gymnasien Front gegen das fünfte Grundschuljahr gemacht hatte, reihen sich jetzt auch die LEVen der Grundschulen, der Erweiterten Realschulen und der Gesamtschulen in die Phalanx der Kessler-Kritiker ein. Der Chef der LEV Grundschulen, Frank Tausend, betont, eine Veränderung der vierjährigen Grundschulzeit komme nur bei einer Verlängerung bis Klasse 6 in Frage - und dies auch nur bei einem Konsens mit Rheinland-Pfalz. Im Nachbarland beträgt die Grundschulzeit bisher aber wie im Saarland vier Jahre.



Der Vorsitzende der LEV Gesamtschulen, Egon Griem, nennt das fünfte Grundschuljahr "Stückwerk". Es handle sich um einen Kompromiss aus Gründen der Koalitionsraison. Wenn man schon eine Reform plane, sollte man sie auch "ordentlich anpacken", so Griem. Die Chefin der LEV Erweiterte Realschulen, Michaela José, unterstreicht, in einem fünften Grundschuljahr könnte man die Schüler nicht mehr so gut fördern und fordern wie heute in den verschiedenen Schularten.

Sie hält Kessler vor, aus der ERS eine Gesamtschule machen zu wollen. Dafür gebe es keinen Grund. Zum einen besitze die ERS bereits heute eine Kompetenz für gemeinsames Lernen in den Klassen 5 und 6. Zum anderen sei jetzt schon über den Besuch der ERS "quasi das Abitur als G 9 möglich". Anders als José plädiert Gesamtschul-Elternchef Griem dafür, mit der äußeren Fachleistungsdifferenzierung je nach angestrebtem Schulabschluss frühestens in Klasse 10 und nicht - wie in der ERS heute der Fall - schon ab Klasse 7 zu beginnen.

Kessler: Eltern lehnen Reform ab, obwohl sie diese gar nicht kennen

Dagegen will Kessler, dass in der Gemeinschaftsschule die drittelparitätisch aus Schülern, Eltern und Lehrern zusammengesetzte Schulkonferenz - im Rahmen der Vorgaben der Kultusministerkonferenz - über den Beginn dieser Differenzierung entscheidet. Kessler sagte der SZ, die Eltern lehnten die Reform ab, obwohl sie deren Konzept "noch gar nicht kennen". Nach dessen Vorstellung, die im Juli geplant ist, wolle er die Eltern auf öffentlichen Diskussionsveranstaltungen von den Vorteilen der Reform überzeugen. Laut Kessler soll die Gemeinschaftsschule Elemente der ERS und der Gesamtschule vereinigen und die Wettbewerbssituation zwischen beiden Schulformen beseitigen.

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