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Funkaffären-Prozess: Leiter der Rotkreuz-Wache geht in Berufung

Trier/Saarburg. Die juristische Auseinandersetzung um gestörte Rettungsfunk-Frequenzen geht in die nächste Runde. Der ehemalige Leiter der Rotkreuz-Wache Saarburg muss sich seit gestern erneut vor Gericht verantworten. Über vier Monate und 13 Verhandlungstage hatte sich vor zwei Jahren der Prozess gegen den heute 50-Jährigen hingezogen. Am Ende wurde er verurteilt – wegen mehrfacher (versuchter) Körperverletzung. Das Trierer Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass der Rettungsassistent den Rettungsfunk im deutsch-luxemburgischen Grenzgebiet monatelang gestört hatte. Das angebliche Motiv: persönliche Rachegelüste gegenüber der luxemburgischen Air Rescue, die den Angeklagten einst gefeuert habe.
 
Durch die Stör-Manöver erreichte der luxemburgische Rettungshubschrauber mit dem Notarzt an Bord mehrfach Minuten später den Einsatzort auf deutscher Seite. Konsequenz: Die Patienten mussten länger auf ärztliche Betreuung warten.



In vier der fünf angeklagten Fälle blieb dies ohne Folgen für die Patienten; lediglich bei einem Einsatz musste der Patient länger leiden, weil er die schmerzstillende Spritze des Arztes später bekam.  Das Urteil des Vorsitzenden Richters damals: zwei Jahre Gefängnis auf Bewährung. Zweieinhalb Jahre ohne Bewährung hatte der Staatsanwalt gefordert; Freispruch die Verteidigerin. Beide Seiten gingen damals in Berufung, daher jetzt die Neuauflage vor dem Landgericht.

Einiges spricht dafür, dass diese wieder eine langwierige Angelegenheit wird: Der Vorsitzende Richter hat vorsorglich bereits 14 Verhandlungstage bis Ende November angesetzt.

Es ist schon der zweite Anlauf: Im März war die juristische Neuauflage am zweiten Prozesstag geplatzt – wegen Erkrankung des Vorsitzenden. Der Angeklagte blieb zuvor bei seiner Linie: Er habe nichts mit den Funkstörungen zu tun. Das sagte der 50-Jährige auch heute noch einmal. Zu den weiteren Vorwürfen will er sich nach Angaben seiner Verteidigerin Ruth Streit im Laufe des Verfahrens äußern. Der Prozess wird am 26. August fortgesetzt.
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