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Fußball-EM: Gastronomie freut sich auf neue Umsatz-Rekorde

Die Gastronomiebranche will von den Public Viewings bei der EM profitieren.

Die Gastronomiebranche will von den Public Viewings bei der EM profitieren.

Am 10. Juni ist es wieder einmal so weit. Die Europameisterschaft in Frankreich beginnt, und die Welt wird sich – zumindest in Europa – für einen Monat um den Ball drehen. 51 Spiele sind es gerade einmal, in denen der Titelträger ermittelt wird, doch für den Zeitraum des Turniers wird es kaum ein anderes Thema geben. Das Ereignis hat nicht nur einen Effekt auf Medienlandschaft und Thekengespräche, sondern ganze Branchen hoffen darauf, vom Turnier profitieren zu können. Unter anderem Gastronomen und Anbieter von Sportwetten reiben sich schon die Hände.

Gastronomie im Höhenflug: Das Rekordjahr 2015

Die Gastronomie in Deutschland etwa kann sich im Moment ohnehin nicht beklagen. 2015 stiegen die Umsätze preisbereinigt um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist der größte Zuwachs seit 2011. Überraschend stieg auch die Zahl der Beschäftigten um ebenfalls 1,7 Prozent an. Hier war aufgrund der Einführung des Mindestlohns Gegenteiliges erwartet worden. Die Branche profitiert von der Rekordbeschäftigung sowie steigender Kaufkraft der Verbraucher durch höhere Löhne in Verbindung mit geringer Inflation.
Für Deutschland konnte 2015  bereits zum sechsten Mal in Folge einen Übernachtungsrekord vermeldet werden. 436,4 Millionen Übernachtungen von Reisenden aus dem In- und Ausland gab es, so viele wie noch nie. Am beliebtesten ist das Reiseziel Deutschland bei Niederländern, gefolgt von Schweizern, US-Amerikanern und Briten. Besonders starken Zuwachs gab es bei asiatischen Reisenden. Ihre Übernachtungszahl wuchs bis November um 15 Prozent. Vor allem die Chinesen kommen gerne nach Deutschland: Die Zahl der Besucher aus der Volksrepublik wuchs um 26 Prozent. Ein Trend zur Deutschlandreise ist schon seit Jahren zu beobachten und ist einer der Faktoren für den momentanen Höhenflug der Gastronomie.

Public Viewings und reisende Fans versprechen Mehreinnahmen dank EM

Die bevorstehende Europameisterschaft dürfte den Hoteliers nun einen weiteren Schub verleihen. Public Viewing ist fester Bestandteil der Fußballkultur geworden, insbesondere bei großen Turnieren. Und da kaum jemand mehr zuhause schaut, können viele Gastwirte, die in ihren Restaurants und Bars Public Viewing anbieten, auf Zusatzeinnahmen hoffen. Zuletzt nickte der Bundesrat wie erwartet auch noch ab, dass die Events auch noch nach 22 Uhr stattfinden dürfen und dafür Ausnahmen von Lärmschutzregelungen gemacht werden dürfen. Die endgültigen Genehmigungen müssen aber bei der zuständigen lokalen Behörde beantragt werden.
Der Erfolg der Public Viewings hängt natürlich auch stark vom Abschneiden der deutschen Mannschaft ab. Sollte die Löw-Truppe wider Erwarten früh die Heimreise antreten müssen, wäre das auch für die Gastronomen eine herbe Schlappe. Doch zu erwarten ist eher Gegenteiliges, wird die DFB-Elf doch gemeinsam mit Frankreich als Favorit auf den Europameistertitel gehandelt. Die Chancen stehen also gut, dass nach dem Finale am 10. Juli das eine oder andere Sieg-Bier ausgeschenkt werden darf.


Nicht nur die Public Viewings versprechen der Gastronomie Mehreinnahmen durch die EM. Auch das Füllen der Hotelbetten dürfte im Juni und im Juli leichter fallen. Wochenlang Quartier beziehen wird in Deutschland wohl kaum einer, der Spielort Strasbourg zum Beispiel liegt aber direkt an der Grenze und auch die Hotels auf der rechten Seite des Rheins dürften sich über Stadionbesucher als Gäste freuen. Dazu kommen in ganz Deutschland Fans, die sich auf der Durchreise nach Frankreich befinden. Ob Schweden, Polen, Tschechen, Österreicher, Ukrainer, Russen oder Ungarn – für sie alle könnte ein Zwischenstopp im Land des Weltmeisters in Betracht kommen.

Das sind die 10 Spielorte der EM: Paris – Parc Des Princes St. Denis – Stade De France Lille – Stade Pierre-Mauroy Lens – Stade Bollaert-Delelis Marseille – Stade Vélodrome Lyon – Parc Olympique Lyonnais Bordeaux – Nouveau Stade de Bordeaux Nizza – Stade de Nice Toulouse – Stadium Municipal Saint-Étienne – Stade Geoffroy-Guichard

Reisen, Trikotverkäufe, Wetten – wer noch vom Turnier profitiert

Nicht nur die Gastronomie profitiert vom Fußball-Großevent. Auch die Verkehrsdienstleister, die Sportartikelbranche und Wettanbieter können sich ein Stück vom Kuchen abschneiden. Deutsche Bahn & Co. profitieren von der Anreise der Fans durch oder aus Deutschland. Bei den deutschen Sportartikelherstellern, vor allem Adidas und Puma, sind die Mehreinnahmen aus Trikotverkäufen schon eingeplant.


Adidas rüstet zehn teilnehmende Teams aus, Puma immerhin fünf. Gemeinsam mit Nike (sechs) sind die deutschen Hersteller damit die beliebtesten Ausrüster und dürfen auf einen Sieger in ihrem Trikot hoffen. Die schwäbische Hersteller Uhlsport hat sich auf Torwarthandschuhe spezialisiert und rüstet einige EM-Keeper aus, darunter Frankreichs Nummer eins Hugo Lloris. Der deutsche Einzel- und Versandhandel kann währenddessen von allen Trikotverkäufen egal welcher Marke profitieren, und darf auch bei Bällen und Schuhen auf einen Zuwachs hoffen.

Bei den Wettanbietern kann man schon seit Monaten auf den Europameister setzen. Ihnen verhelfen auch Schlagzeilen wie die der Leicester City Fans, die auf den vielleicht krassesten Außenseiter-Meister aller Zeiten gesetzt haben und ihren Einsatz 5000fach zurückbekamen zu mehr abgeschlossenen Langzeit-Wetten, möglicherweise auch auf einen Überraschungssieger. Viele Fans erinnern sich in diesem Zug daran, dass Griechenland 2004 trotz 1:500-Quote den Cup gewann. Auch die allseits beliebten Tippspiele während den großen Fußballturnieren dürften den einen oder anderen inspirieren, seine Tipps auch bei den Wettbüros abzugeben, um mehr als Punkte und die Anerkennung der Büro-Kollegen einzuheimsen.

Die Europameisterschaft wirft also in vielerlei Hinsicht ihre Schatten voraus. Spätestens ab Ende Mai, wenn Pokal- und Champions League-Sieger feststehen und die Kader endgültig nominiert werden müssen, dürfte das Fieber auch den letzten Fußballfan ergreifen. Die Wirtschaft freut sich.


 
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