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Fußball-WM: Südafrika feiert das 1:1 gegen Mexiko, Frankreich enttäuscht gegen Uruguay mit 0:0

Für ein besonderes Bild sorgte Friedensnobelpreisträger Erzbischof Tutu, der ausgelassen auf der Ehrentribüne tanzte. R. Kelly und die Grammy-Gewinner des Soweto Ghospel Chor intonierten den offiziellen WM-Song «Sign of Victory». Ein bunter Reigen von Tänzern, Trommlern, und Sängern sorgte für Stimmung auf den Rängen.

Viele Fans gaben mit Vuvuzelas einen Vorgeschmack auf den bis zum Finale am 11. Juli an gleicher Stelle herrschenden WM-Sound.

Mit der Punkteteilung verpasste Südafrika den erhofften ersten Schritt auf dem Weg ins Achtelfinale. Immerhin hat eine Tradition weiter Bestand: Noch nie verlor ein WM-Ausrichter sein erstes Turnierspiel.

Nach der feierlichen Eröffnung der WM durch Staatspräsident Jacob Zuma sorgten die Fans in Gelb und Grün mit ihren Vuvuzelas für ein Höllenspektakel auf den Rängen, doch davon unbeeindruckt gaben auf dem Rasen zunächst die ganz in schwarz gekleideten Mexikaner den Ton an. Das Team von Javier Aguirre wirkte von der ersten Minute an schneller und spritziger als die Bafana bafana, die vor der Rekordkulisse vor allem im Spiel nach vorne sehr nervös agierte.

Nach 106 Sekunden blockte Kapitän und Rekord-Nationalspieler Aaron Mokoena einen Schuss von Giovani dos Santos zur Ecke ab und verhinderte damit den frühen Rückstand für die Gastgeber. Ein leichtfertiger Ballverlust von Teko Modise im Mittelfeld bescherte dos Santos die nächste Möglichkeit (19.), diesmal zielte der Angreifer von Galatasaray Istanbul zu hoch.

Die leidenschaftlich angefeuerten Südafrikaner hatten erst in der Schlussphase der ersten Hälfte ein paar gute Szenen. Drei Minuten vor der Pause geriet das Gehäuse des 37-jährigen Oscar Perez, der den Vorzug vor Guillermo Ochoa erhalten hatte, erstmals in Gefahr. Doch Katlego Mphela verfehlte mit dem Kopf eine Flanke. Wenig später köpfte Kagisho Dikgacoi über das Tor. Ansonsten hatte die Abwehr der «Tri» mit dem Stuttgarter Bundesligaprofi Ricardo Osorio kaum Arbeit.

Nach dem Seitenwechsel legten die Gastgeber ihren übergroßen Respekt endgültig ab und suchten entschlossen den Weg zum Tor. In der 55. Minute lief Tshabalala bei einem Konter der mexikanischen Abwehr auf und davon und ließ Perez aus 14 Metern keine Abwehrchance. Bei den folgenden wütenden Attacken der Mexikaner war auf Khune Verlass: In der 60. Minute entschärfte der Schlussmann einen Schuss von dos Santos. Auf der Gegenseite vergab der von Francisco Rodriguez bedrängte Modise sogar das 2:0. Doch dann war die Abwehr der Hausherren einen Moment lang überhaupt nicht im Bilde und gestattete Marquez vom FC Barcelona den Abstauber zum Ausgleich.

Vor 64 100 Zuschauern im Greenpoint-Stadion von Kapstadt fand das Team um Bayern-Star Franck Ribéry kein Mittel gegen destruktiv spielende Südamerikaner. Nach einem harten Foulspiel gegen Bacary Sagna sah der eingewechselte Nicolás Lodeiro (81.) die Gelb-Rote Karte - der erste Platzverweis des Turniers. Doch auch in Überzahl gelang Frankreich kein Happy-End.

Die «Équipe Tricolore» steht damit bereits gegen Mexiko mächtig unter Druck. Wie schon vor zwei Jahren bei der Europameisterschaft blieb die Grande Nation den Nachweis ihrer Klasse schuldig. Alle Hoffnungen auf einen spielerischen Fortschritt erweisen sich als Wunschdenken. Auch Ribéry konnte die große Bühne nicht nutzen und blieb über weite Strecken blass. Frankreich war bereits beim frühzeitigen EM-Aus 2008 mit einem 0:0 gegen Rumänien gestartet. Auch gegen Uruguay hat dieses Ergebnis Tradition. Sowohl das Aufeinandertreffen bei der WM 2002 in Südkorea als auch die Testpartie im November 2008 sah weder Sieger noch Tore.

Der in der Heimat höchst umstrittene Raymond Domenech machte seine Ankündigung wahr und verzichtete bis zur 72. Minute auf Rekordtorjäger Thierry Henry - trotz der vielen Proteste von Spielern und Ex-Profis. Mit einer Forderung konnten sich die Wortführer um Ribéry beim französischen Trainer, der nach der WM von Laurent Blanc ersetzt wird, durchsetzen: Hinter dem Bayern-Profi sicherte Abou Diaby vom FC Arsenal statt Florent Malouda im linken Mittelfeld ab.

Die starke Seite der «Équipe Tricolore» sorgte auch für die erste gefährliche Situation. Doch nach starkem Flankenlauf von Ribéry ging Sidney Govou (7.) zu lässig mit der Hereingabe um und schob den Ball aus kurzer Distanz am Tor vorbei. Ein Flatter-Freistoß von Yohann Gourcuff (18.) aus mehr als 30 Metern zwang Schlussmann Fernando Muslera zu einer Parade. In der müden Anfangsphase versuchte Frankreich den Gegner früh unter Druck zu setzen, die tief stehenden Südamerikaner konzentrierten sich zunächst auf Konter.

So wurde Keeper Hugo Lloris das erste Mal nach gut einer Viertelstunde gefordert. Der Schuss von Uruguays Sturmstar Diego Forlán (16.) von der Strafraumgrenze geriet jedoch zu unplatziert, um den Torhüter von Olympique Lyon ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Zu selten schaffte es der Titelträger von 1930 und 1950 seine beiden Spitzenangreifer Forlán und Luis Suárez, der diese Saison 35 Tore in 33 Ligaspielen für Ajax Amsterdam erzielt hatte, in Szene zu setzen.

Doch Ribéry und Co. wirkten ebenfalls ohne jegliche Inspiration. Bis auf die beiden Torszenen hielt sich der Unterhaltungswert der Partie in engen Grenzen. So plätscherte das Spiel ohne Höhepunkte der Halbzeitpause entgegen. «Uruguay spielt wie Italien und setzt nur auf Konter. Den Franzosen fehlt der Abschluss», bemängelte der frühere Bayern-Profi Valerien Ismael beim Bezahlsender «Sky».

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