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Gar nicht schön: Miss-Wahl-Krieg in Frankreich

Paris. Ein halbes Jahrhundert lang hat Geneviève de Fontenay die Miss-Frankreich-Wahlen organisiert. Sie predigte ihren Kandidatinnen Tugenden wie Ehrlichkeit und Höflichkeit. Erst 2003 gestattete sie Bikinis. Nach einer Skandalserie um Nacktfotos von Miss-Titelträgerinnen hat sie der TV-Produktionsfirma Endemol die Gefolgschaft aufgekündigt. Die 77-Jährige will nun einen Konkurrenz-Wettbewerb veranstalten. Endemol habe „das Ansehen der Miss France mit Füßen getreten“, weil die Firma eine wegen Nacktfotos abgesetzte Miss Paris über eine Reality-Show doch ins Fernsehen gebracht habe. Das Unternehmen habe „keine Moral“.



Endemol und eine Tugendwächterin - das konnte nicht gut gehen...

Die Produktionsfirma Endemol, Erfinderin von „Big Brother“, hatte die Rechte am Miss-Frankreich-Wettbewerb 2002 gekauft. Fontenay war seitdem nur noch Angestellte. Der Geschmacksgrenzen austestende Reality-TV-Produzent und die Tugendwächterin – das konnte nicht gut gehen. Fontenay sieht sich als Gralshüterin des Wettbewerbs und der Tugend. Vor der abgesetzten Miss Paris 2009 musste schon die Miss Frankreich 1983 wegen Nacktfotos auf den Titel verzichten. Auch bei der Miss France 2004 und der Titelträgerin von 2008 forderte sie den Rücktritt, als Erotikbilder auftauchten – sie konnte sich aber nicht durchsetzen. Vergangenes Jahr beschimpfte sie eine ehemalige Miss Frankreich als „Schlampe“. Die Schönheitskönigin von 1961, Luce Auger, hatte behauptet, Fontenay hätte Kandidatinnen gezwungen, oben ohne zu posieren – laut Fontenay eine Lüge.

Streit spaltet Frankreich

Inzwischen zog Fontenay gegen Endemol vor Gericht. Die Produktionsfirma habe „im moralischen Sinne“ gegen ihren Arbeitsvertrag verstoßen. Sie fühle sich damit nicht mehr an das Verbot gebunden, keine Konkurrenzveranstaltungen abzuhalten. Seitdem spaltet der Miss-France-Streit Frankreich: Von 32 Regionalskomitees, die Kandidatinnen für den Hauptwettbewerb küren, blieben 17 bei Endemol, 15 liefen zu Fontenay über. „Im Dezember wird es zwei landesweite Wettbewerbe geben“, kündigte Fontenay an. „Den von Endemol für Leute, die keine Hemmungen haben, und den für Menschen mit Würde.“ Doch immer mehr Getreue lassen Fontenay im Stich, nachdem das Pariser Handelsgericht die Gültigkeit der Konkurrenzklausel in ihrem Arbeitsvertrag bestätigte. Einige der zu ihr übergelaufenen Regionalkomitees wollen lieber ohne sie weitermachen. Auch ihr Sohn Xavier, der die geplante Gegenveranstaltung zunächst mitorganisieren wollte, sprang ab: „Es ist sicher, dass sie nichts dagegen tun kann“, sagte er. „Es fällt ihr sehr schwer, das zu verstehen.“

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