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Gefahr für Leib und Leben: Heimaufsicht schließt Pension für Senioren in Losheim

Die Kontrolle, ob pflegebedürftige Menschen ordnungsgemäß betreut werden, ist Aufgabe der Heimaufsicht. Symbolfoto: dpa

Die Kontrolle, ob pflegebedürftige Menschen ordnungsgemäß betreut werden, ist Aufgabe der Heimaufsicht. Symbolfoto: dpa

. Die Heimaufsicht beim Sozialministerium greift durch: Einem privaten Seniorenservice, der in einem Losheimer Ortsteil eine Art Seniorenpension betreibt, in der neun Bewohner rund um die Uhr zur Pflege und Betreuung untergebracht sind, wird der Weiterbetrieb untersagt. Sozialministerin Monika Bachmann ( CDU ) bestätigte gestern auf Anfrage entsprechende Informationen unserer Zeitung. „Wir müssen im Interesse der Bewohner und Patienten durchgreifen“, sagte die Ministerin. Die Zustände in der Einrichtung könnten nicht weiter geduldet werden.

Die Schließungsverfügung, wonach der Betrieb wegen gravierender Unregelmäßigkeiten und Qualitätsmängel spätestens zum Montag, 7. März, einzustellen ist, sollte noch gestern der Inhaberin und Betreiberin zugestellt werden. Sofortvollzug wurde angeordnet, so dass auch eine Klage vor dem Verwaltungsgericht vorerst keine aufschiebende Wirkung bringt.

Die Experten der Heimaufsicht besuchten den Seniorenservice in den letzten Wochen wiederholt und beanstandeten schwerwiegende Mängel und Missstände. Nach SZ-Informationen wird die Schließungsverfügung unter anderem mit „Gefahr für Leib und Leben der dort lebenden Menschen“ begründet. Der Geschäftsführerin und Betreiberin wird die notwendige Zuverlässigkeit abgesprochen. Die gesundheitliche und ärztliche Betreuung der Pflegepatienten sei nicht gewährleistet.

Beim Umgang mit Medikamenten und Betäubungsmitteln sind offenbar schwerwiegende Versäumnisse aufgetreten. So sollen verabreichte Medikamente nicht der ärztlichen Verordnung entsprochen haben. Außerdem fehlt es, so die Kontrolleure, an qualifiziertem Fachpersonal.

Einige der Zimmer haben angeblich nicht einmal die vorgeschriebene Mindestgröße. Die sieben Zimmer verfügten nicht über eine eigene Waschgelegenheit. Ein einheitliches Notrufsystem existiert wohl nicht. Massive Hygiene- und Sicherheitsdefizite sind angeblich aktenkundig. Auch bei der Verpflegung wurden Unregelmäßigkeiten registriert: Lebensmittel wurden demnach mit Medikamenten im Kühlschrank gelagert. In Kühltruhen befanden sich abgelaufene Lebensmittel.

Zwei Pflegedienste wurden jetzt von der Heimaufsicht mit der Betreuung der Patienten, die künftig in anderen Heimen untergebracht werden sollen, beauftragt.

Wiederholte Versuche, die Geschäftsführerin des Seniorenservices für eine Stellungnahme zu erreichen, blieben gestern ergebnislos.  
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