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Gratis-Leihtransporter für Saarpfalz-Jusos

Mit einem solchen Transporter, einem weißen Renault Trafic, fuhr der Juso-Kreischef nach Lahnstein bei Koblenz. Dort fand eine SPD-Wahlkampfveranstaltung statt.  Foto: dpa

Mit einem solchen Transporter, einem weißen Renault Trafic, fuhr der Juso-Kreischef nach Lahnstein bei Koblenz. Dort fand eine SPD-Wahlkampfveranstaltung statt. Foto: dpa

. Jan Eric Rippel (25), Kreisvorsitzender der Jungsozialisten (Jusos) im Saarpfalzkreis ist geständig, entschuldigt sich und zeigt Reue. Die späte Einsicht des übereifrigen Genossen, einen folgenschweren Fehler gemacht zu haben, könnte den SPD-Nachwuchs und die SPD in Rheinland-Pfalz teuer zu stehen kommen. Hinter den Kulissen ist bereits von verdeckter Wahlkampffinanzierung die Rede.

Fakt ist, dass der Juso-Kreis chef am letzten Januar-Wochenende in Lahnstein mit einem weißen Bus der gemeinnützigen Aquis GmbH, einer Gesellschaft des Saarpfalzkreises, unterwegs war. Der Renault-Transporter wurde, so bestätigt Landrat und Aquis-Aufsichtsratschef Theophil Gallo ( SPD ), den Jusos gratis zur Verfügung gestellt, damit Fahrräder für Flüchtlinge zur Jugendhilfe Kirkel gebracht werden können. Genau diesen Zweck hatte Rippel auch in der Nutzungsvereinbarung angegeben. Darin steht ausdrücklich: „Jede Form der privaten Nutzung ist untersagt“. Wie aber kommt der Renault-Bus, der für die gemeinnützige Aquis rollt, von Kirkel nach Lahnstein? Dort wurde er für den Transport von Helium-Flaschen, aus denen SPD-Luftballons befüllt wurden, genutzt. Und nebenbei wurden, so Rippel, auch einige Jusos zum Wahlkampftermin chauffiert. Fahrräder sind auf Videos , die die Jusos im Internet veröffentlicht haben, nicht zu sehen. Rippel versichert aber, er habe auch aus Lahnstein ein „gelbes Rad“ mitgebracht.

Landrat Gallo und die Aquis-Geschäftsführerin Ulrike Zawar sind über den verschwiegenen Wahlkampf-Ausflug des Transporters nicht begeistert. Gallo hat angeblich erst durch eine Anfrage unserer Zeitung davon erfahren: „Der Einsatz des Fahrzeuges bei einer Wahlkampfveranstaltung war nicht genehmigt.“ Gallo selbst will heute dem Jusochef persönlich die Leviten lesen und Konsequenzen ziehen. Zumal Rippel stolze 680 Kilometer an dem Wochenende gefahren sein muss und darüber kein Fahrtenbuch geführt hat. Dem aber nicht genug: Der Renault-Transporter wurde zudem in „stark verunreinigtem Zustand“ vor dem Landratsamt geparkt. Die „Kastenwagen-Affäre“ der Jusos ruft Junge Union und CDU im Kreis auf den Plan. Da werden Zweifel laut, ob die Flüchtlings-Hilfsaktion „vielleicht nur vorgetäuscht“ war und der Wahlkampfeinsatz fest eingeplant war?

 

Meinung:
 

Dumm gelaufen

Von SZ-RedakteurMichael Jungmann

Ist der erste Juso im Saarpfalzkreis wirklich so naiv? Er leiht sich für die lobenswerte Initiative, Fahrräder für Flüchtlinge zu sammeln, einen Bus der gemeinnützigen Kreis-Gesellschaft zum Nulltarif und parkt in Lahnstein im SPD-Wahlkampf. Videos sind im Internet abrufbar. Statt Rädern werden Heliumflaschen zum Auffüllen von Ballons und Genossen chauffiert. Dafür hat der Steuerzahler das Auto nicht finanziert! Dreist und unverschämt wird das Verhalten auch, weil der Gratis-Bus schmutzig und ohne Fahrtenbucheintrag nach 680 Kilometern abgestellt wurde. Landrat Gallo sollte wohl für dumm verkauft werden. Er ist gut beraten den Jusos die Rechnung samt Fahrverbot zu servieren.

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