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Grewenig: "Zeitungsmuseum raus aus Wadgassen"

Das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen. Geht es nach dem Interimschef der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Meinrad Maria Grewenig, muss das Museum umziehen.

Das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen. Geht es nach dem Interimschef der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Meinrad Maria Grewenig, muss das Museum umziehen.

Saarbrücken/Wadgassen. Auch Museen altern. Etwa alle zehn Jahre bedürfen sie einer optischen Auffrischung. Das trifft auch auf das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen zu, das seit 2004 im Hofhaus der ehemaligen Prämonstratenser-Abtei untergebracht ist. 2,5 Mio. Euro kostete der Umbau. Demnächst sind wieder Investitionen fällig, für die Modernisierung. Und die sollten nicht am zweitbesten, sondern am optimalen Standort erfolgen. Das sagt der Interims-Chef der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Meinrad Maria Grewenig. Er will das Museum von Wadgassen an den Saarbrücker Schlossplatz verlegen. Diese Überlegung ist nicht neu, Grewenig warb bereits mehrfach dafür.

Neu ist, dass der Interims-Chef das Thema auf die politische Agenda hebt. Er appelliert an die zukünftige Landesregierung, die Standort-Verlegung anzugehen, im Zuge der Erarbeitung eines Museums-Entwicklungsplans mit einer Evaluierung aller Standorte: „Es kann nicht sein, dass wir an einem falschen Standort Geld ausgeben, während es einen besseren gibt. Das Zeitungsmuseum gehört zur kulturhistorischen Zone am Schlossplatz.“ Mit der „siebenstelligen Summe“, die die Stiftung durch den Verkauf des Hofhauses erzielen könne, wäre am Schlossplatz ein neues Museum einzurichten, sagt er.

Wo? Gebäude gebe es genug. Gegen Wadgassen spricht laut Grewenig die schlechte Nahverkehrsanbindung. Schüler könnten nicht mit der Bahn anreisen. Unterstützung für seine Pläne findet Grewenig bei seinem Wadgasser Museumsdirektor Roger Münch. Der erinnert an die Debatte, die 2001 um die Neu-Ordnung der Stiftungs-Häuser lief (Dube-Gutachten). Damals sei für die pressegeschichtliche Sammlung Welke Saarbrücken als Standort vorgeschlagen worden. Münch: „Ich hielt Wadgassen immer für problematisch.“ Tatsächlich sind die Räume im Hofhaus verwinkelt, das Gebäude erinnert eher an ein Heimatmuseum denn an einen Ort, in dem auch die Kommunikationsgeschichte des 21. Jahrhunderts Platz finden soll. 20 000 bis 22 000 Besucher zählt Münch dank Sonder-Ausstellungen pro Jahr.

Er berichtet über einen schleichenden Besucherrückgang in der Dauerausstellung seit 2005. Ein sterbender Kulturort? Dem widerspricht Patrik Feltes, Vorsitzender des „Vereins für kulturelle und geschichtliche Arbeit im Bisttal“. Feltes hat, im Gegenteil, den Eindruck einer kontinuierlichen Belebung. Der von ihm mit dem Zeitungsmuseum installierte „Wadgasser Abtei-Treff“ bringe 80 Besucher, volles Haus. Wadgassen sei über Autobahnen sogar von Lothringen und Luxemburg aus bestens erreichbar. Der angekündigte Rückzug der Stiftung löst bei Feltes „Bestürzung“ aus. Er hält die Abtei und ihre Geschichte für einen noch ungehobenen Schatz; man müsse das Gebäude auf jeden Fall museal weiternutzen.
© WhatsBroadcast
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