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Grube Velsen soll Industriekultur-Ort werden

Das Erlebnisbergwerk soll als Industriekultur-Ort für die Öffentlichkeit erhalten bleiben.

Das Erlebnisbergwerk soll als Industriekultur-Ort für die Öffentlichkeit erhalten bleiben.

Die kennt Engel, Jahrgang 1965, selbst aus 16 Steiger-Jahren in Göttelborn. Als die Grube 1999 schloss, bildete er sich weiter, absolvierte ein Ingenieursstudium. Seit 2003 ist er bei der RAG Bildung Standortkoordinator für Velsen. Logistik, Hydraulik, Pneumatik, Automatisierungstechnik lernen Auszubildende dort. Und eben Untertage-Arbeit. Das Lehrbergwerk, sagt Engel sei in Deutschland einmalig, „in Europa zählt es mit zur Spitze“.

Aber seine Zukunft ist ungewiss: Wenn 2012 der Saar-Bergbau endet, wird Untertage-Ausbildung hierzulande nicht mehr gebraucht. Was der Eigentümer, der RAG-Konzern, dann tun wird mit dem Erlebnisbergwerk, ist offen. Der schlimmste Fall wäre für Engel, wenn die Stollen verfüllt würden. Er sähe sie am liebsten „als Industriekultur-Objekt“. Schon jetzt, berichtet er, „nutzen wir das Erlebnisbergwerk, um der Öffentlichkeit den Bergbau näherzubringen“: Gruppen können nach Anmeldung hinein.

Der Tatort-Krimi „Das schwarze Grab“ ist hier gedreht worden. Zwei Drahtgeflecht-Kisten haben voriges Jahr 750 „Stollen im Stollen“ eines Saarbrücker Bäckers beherbergt, nach 100 Tagen bei völlig gleichmäßiger Temperatur und Luftfeuchtigkeit als „Grand cru“-Produkt preisgekrönt. Pläne, einen Stollenabschnitt als ungewöhnlichen Kulturort zu nutzen – Bänke, Vorhang, Scheinwerfer, Garderobenspiegel zeugen von ersten Versuchen, die Akustik ist phänomenal – hat das Bergamt durchkreuzt, der Sicherheit wegen: Es gibt nur einen Zugang. „Schade“, sagen Engel und sein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständiger Kollege Christian Böhmer bedauernd. Doch auch im Illusionsbergwerk gilt halt das Bergrecht.

Das Erlebnisbergwerk Velsen wurde im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker angelegt. Seit 1945 wird es für die Ausbildung genutzt. Heute ist es als realistisches Abbild eines Untertage-Betriebs ausgebaut: drei Sohlen, 700 Meter Strecken und Strebe, komplette Maschinerie.

Gruppenführungen (Kosten 7,40 Euro pro Person) sind nach Vereinbarung möglich, Kontakt: Tel. (06 81) 4 05-19 70, E-Mail erlebnisbergwerk@ragbildung.de dd

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