A6 Kaiserslautern Richtung Metz/Saarbrücken zwischen Sankt Ingbert-West und Saarbrücken-Fechingen Baustelle, rechter Fahrstreifen gesperrt, bis 19.12.2018 17:00 Uhr (07:16)

A6

Priorität: Normal

4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Ha-Ra-Unternehmer Hans Raab ist tot

Raab war auch »eine gespaltene Persönlichkeit«, wie ein anderer Weggefährte erzählt. »Er war herzensgut und hat großzügig gegeben.«

Raab war auch »eine gespaltene Persönlichkeit«, wie ein anderer Weggefährte erzählt. »Er war herzensgut und hat großzügig gegeben.«

Saarbrücken. Der Unternehmer Hans Raab ist tot. Er starb im Alter von 72 Jahren – „nach langer schwerer Krankheit“, wie es in einem Internet-Nachruf heißt. Hans Raab war ein Ausnahme-Erscheinung. Er schaffte es von ganz unten nach ganz oben. „Er war eine kantige Persönlichkeit, der mit seinem Erfindergeist im Saarland eine wichtige Rolle gespielt hat“, beschreibt ihn der Püttlinger Anwalt Hans-Georg Warken, der einige Zeit sein Rechtsbeistand war.
Der gebürtige Merchweiler Raab begann seine berufliche Laufbahn als einfacher Hauer unter Tage. Doch der Bergbau war nicht seine Welt. Er sattelte auf Fensterputzer um, hatte aber Probleme mit der Chemie, die in den Reinigungsmitteln verwendet wurde. Raab war überzeugt, dass es auch anders geht und entwickelte hochverdichtete Mikro-Fasern, mit denen man Flächen auch ohne chemische Substanzen sauber bekommt. Er gründete die Firma Ha-Ra, die er auf dem Camphauser Grubengelände ansiedelte – dort, wo er als Bergmann begonnen hatte. Der Erfinder nennt 200 Patente sein Eigen – „obwohl ich nie eine höhere Schule besucht habe“, schreibt er in einem seiner Bücher.

Raab war auch „eine gespaltene Persönlichkeit“, wie ein anderer Weggefährte erzählt. „Er war herzensgut und hat großzügig gegeben.“ So schenkte er noch vor zwei Jahren jedem Kindergarten in der Gemeinde Quierschied 10.000 Euro. Auf der anderen Seite „verrannte er sich oft. Wenn es dann nicht so lief, wie er es wollte, gab er allen anderen die Schuld, nur nicht sich selbst“. Er zog nach Liechtenstein, wo er mit seiner zweiten Frau Pia Raab lebte. Die Firma Ha-Ra, die zwischenzeitlich Insolvenz anmelden musste, gehört heute einer Liechtensteiner Stiftung.

Vor 15 Jahren begann er in der Schweiz den Speisefisch Melander zu züchten. Doch er eckte mit den Behörden an, so dass er eine Verlagerung nach Camphausen erwog. Auch daraus wurde nichts. Trotzdem präsentierte er vor wenigen Monaten noch Melander-Würste als neue Geschäftsidee. Nein – das Aufgeben war nicht die Sache von Hans Raab. low


© WhatsBroadcast
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein